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Madagaskar

02.09. - 23.09.2006

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Zugfahrt nach Manakara

Train ride to Manakara

Von Fianarantsoa führt die momentan einzige funktionierende Eisenbahnlinie mit Personen-transport nach Manakara. Der Zug fährt zirka jeden zweiten Tag um sieben Uhr, es ist aber auch mit Ausfällen wegen technischen Problemen zu rechnen. Zum Kaufen des Tickets sollte man sich um sechs Uhr beim Bahnhof von Fianarantsoa in der Reihe aufstellen. Als Tourist ist es empfehlenswert, sich ein Ticket der ersten Klasse zu leisten. Wirklich teuer ist auch das nicht. Der Unterschied zwischen erster und zweiter Klasse besteht nicht etwa in breiteren Sitzen wie man es sich aus Europa gewohnt ist, sondern einzig in der Tatsache, dass auf jedem Sitz meistens nur eine Person sitzt.

Wagen erster Klasse
First class carriage

Ich bin also ganz früh aufgestanden und wie empfohlen um sechs Uhr morgens beim Bahnhof eingetroffen. Die Schlange war bereits ziemlich lang, der Schalter bis um halb sieben Uhr geschlossen. Danach ging es dann langsam los mit dem Verkauf der Tickets, gleichzeitig haben viele Leute Handelswaren in die Wagen gepackt. Der Zug bestand aus drei Personenwagen und nochmals drei Wagen für die Warentransporte. Um halb acht Uhr (man bemerke: eine halbe Stunde nach der fahrplanmässigen Abfahrt) hatte ich meinen Platz im Wagen der ersten Klasse. Um mich herum waren hauptsächlich Touristen, es gab aber auch einige Madagassen, die sich das leisten konnten.

Unterwegs durch Bananenplantagen
Passing through banana plantations

Langsam freundete man sich mit den anderen Passagieren an, tauschte Bananen und andere kleine Mahlzeiten, bis wir dann um halb zehn Uhr informiert wurden, dass der Zug erst um ein Uhr abfahren würde. Also mit sechs Stunden Verspätung... Ich begann mir schon mal auszurechnen, um welche Zeit wir in Manakara eintreffen würden: elf Uhr. Das bedeutete, dass ich das Meer nicht sehen würde, und am nächsten Morgen musste ich gleich wieder den Zug zurück nehmen, denn sonst hätte ich ein Zeitproblem. Das Meer habe ich dann wirklich nicht gesehen, was sicher schade ist, aber dafür hatte ich noch einen Tag, um den Parc National de Ranomafana zu besuchen, was sicher ein grösseres Erlebnis war.

Reisfelder spiegeln den Himmeln
Rice paddies mirror the sky

Wenn der Zug dann mal endlich abfährt, so befindet man sich rasch in einem Gebiet, dass nur mit der Eisenbahn erreichbar ist. Der Regenwald ist zwar kaum mehr in seiner ursprünglichen Form vorhanden, stattdessen fährt man druch endlose Bananenplantagen. Die Leute, die hier wohnen, sind darauf angewiesen, mit den Passagieren Geschäfte zu machen, denn es gibt keine Strassen zu ihren Dörfern. Entsprechend gibt es bei jedem Halt eine riesige Anzahl Menschen, die zum Bahnhof strömen. Man kann alles kaufen, was hier wächst, insbesondere Bananen und Produkte aus Reis. Und es kostet fast nichts! Ich habe zum Beispiel für 400 Ariary (zirka 15 Eurocent) rund zwanzig kleine Bananen gekauft, die so gut waren, wie man sie in Europa nie kriegen kann. Auf den ersten Blick ist man zwar etwas vorsichtig bei den anderen Sachen, aber weil alles frittiert ist, ist alles absolut unbedenklich. Das hat mir sogar ein italienischer Arzt gesagt, der im Abteil gegenüber sass.

Markt in einem Dorf an der Bahnlinie
Street market in a village along the railway

Beim Eindunkeln wurde die Stimmung recht gespenstisch, denn in den Wagen funktionierte das Licht nicht. Einzig in der ersten Klasse hatten einige Touristen Taschenlampen dabei, was aber eher nervte. Bei den Stationen konnte man nichts sehen, doch haben an einigen Stationen Chöre von Kindern gesungen, was ein ganz tolles Erlebnis war. Bei der Ankunft in Manakara wurde man durch die grosse Schar von Pousse-Pousse-Fahrern empfangen. Mein Problem (und wohl auch das der anderen Touristen) war, dass ich keine Ahnung hatte, wo die Hotels sind, denn weder im Lonely-Planet noch im Routard-Führer hat es eine Karte von Manakara. Also musste ich eine Pousse-Pousse nehmen. Zuerst habe ich nach dem Preis gefragt, und der schien mir ganz passabel: 4000 Ariary sei der normale Preis, sagte der Jüngling. Der Wortlaut "prix normal" zeigte mir aber bereits, dass da noch etwas kommen würde. Und siehe da: Kurz vor der Ankunft beim Hotel erwähnte er beiläufig, dass man in der Nacht das Doppelte bezahlen müsse. Ich habe ihm dann erklärt, dass man so keine Geschäfte machen könne und nur den vereinbarten Betrag bezahlt. Er hat trotzdem die ganze Nacht vor dem Hotel gewartet, denn mit dem bezahlten Betrag hat er sicher immer noch überdurchschnittlich verdient.

Übernachtet habe ich im Hotel "Les Flamboyants", wo man für ein Doppelzimmer inklusive Dusche und WC gerade mal 16'000 Ariary (zirka 6 Euro) bezahlt. Natürlich ist das Zimmer bei diesem Preis nicht perfekt, es hatte aber ein Moskitonetz und war sauber. Und weil ich ja erst spät ankam und mich bereits wieder im Morgengrauen davon machte, spielte es sowieso keine Rolle, wie das Zimmer aussah, denn ich wollte nur schlafen...

Zwei Mädchen in ihrem Haus
Two girls in their house

Am nächsten Tag habe ich um halb sieben Uhr erneut die Pousse-Pousse zum Bahnhof genommen und dort das Ticket für die Rückfahrt nach Fianarantsoa gekauft. In Manakara muss man nicht so früh am Bahnhof sein, denn die meisten Leute steigen erst unterwegs ein. Heute verlief alles problemlos und der Zug fuhr kurz nach sieben Uhr ab. Wie sich herausstellte wurde am Vortag eine Ersatzlokomotive verwendet, die über weniger Leistung verfügt als die normalerweise eingesetzte Maschine. Entsprechend hatte sie bei der Steigung im Gebirge einige Probleme und musste ein paarmal kurz "ausruhen", aber wir kamen schliesslich doch rechtzeitig und vor allem bei Tageslicht an.

Bananenplantage
Banana plantation

At the moment, the only working train line in Madagascar that transports people runs from Fianarantsoa to Manakara. There are connections about every two days at seven in the morning, but you have to face delays and breakdowns anytime. You should arrive at the Fianarantsoa train station at around six o'clock in the morning to buy your tickets. There is a queue. I recommend tourists to buy a first class ticket. It is not very expensive. The difference between first and second class is not the way you may imagine: The provide the same compartments, but there are less passengers, usually only one per seat.

So I got up really early and arrived at six o'clock at the station, as recommended. The queue was already quite long, but the desk stayed closed until half past six. After that they started to sell tickets. During that time many people loaded goods on the wagons. The train consisted of three passenger wagons and another three wagons for the transportation of goods. At half past seven (remark: half an hour after the scheduled departure) I had found a seat in a first class compartment. There were mostly tourists sitting around me, but there allways are some Malgaches who can afford to buy a first class ticket.

Slowly one started talking with the other passengers, shared bananas and other little pieces of food. It was not before half past nine that we were informed that the train would not depart before one in the afternoon, which meant a six hour delay... I started calculating the estimated arrival time for Manakara: eleven in the night! That meant that I would not see the sea, and the next morning I had to return immediately or I would have had a problem with my travel schedule. It's a pity I could not see the sea, but I think it was worth much more returning and having the time to visit Parc National de Ranomafana.

After leaving Fianarantsoa the train soon reaches a region where the only connection to the rest of the world is by train. Allthough there is not much left of the rainforest in its original form, the look is still very impressive. There are lots of banana plantations. People living in this region make their life in doing business with the travellers. There is no other way as there are no streets leeding to their villages. Thus, as you can imagine, there are always lots of people whenever the train stops. They sell everything that grows here, but mainly bananas and products made of rice. And it does not cost much more than nothing! For example I bought about twenty small bananas for 400 ariary (about 15 Euro cents). And they were much better than any banana that was ever sold in Europe. There is also where you think to need a second look at before buying, but as everything is deep-fried there is no need to worry. There was an Italian doctor in the compartment on the other side who told me exactly that.

After sunset the temper in the train became quite spooky because the light did not work. Only a few tourists in the first class wagon had torch lights, but that was rather annoying. When the train stopped at the stations we could not see anything. There were choirs of children outside, singing. When we arrived in Manakara there were all the local pousse-pousse guys waiting for customers. My problem (and probably also the one of the other tourists) was that I had no idea where to go to find a hotel. There are no maps of Manakara in the Lonely Planet nor in the Routard guide. So I had to pay for the transport by pousse-pousse. Sure, I asked the guy about the price, and what he replied seed to be ok: 4000 ariary are the normal price, he the young son of a bitch replied. When he said "normal price" I already knew that there would be something comming later. Only a short moment before we arrived at the hotel he mentioned that it was double price in the night. I declared that we had agreed on 4000 ariary and did not pay more than that. Anyway he waited in front of the hotel for the whole night to bring me back to the station in the morning. I think I paid too much...

Guten Appetit...
Enjoy your meal...

I spent the night in the hotel "Les Flamboyants" where you get a double with shower and toilet for only 16'000 ariary (about 6 Euros). You cannot get a perfect room for that little money, but it had as mosquito net and was clean. And as I was arriving very late and had to leave early in the morning it did not matter what the room looked like, I had the only desire to sleep...

The next day I was taking the pousse-pousse back to the station where I bought the ticket for the return ride to Fianarantsoa. You do not have to arrive at the station of Manakara as early. Most people board the train on the way. Today everything went perfect and the train left only minutes after seven in the morning. Later we got to know that the locomotive that finally drove the day before was just the backup. It has less power than the main machine. That is why it had certain problems with the gradient in the mountains. Actually it needed a few short stops to "relax", but finally we arrived on time and the sun was still up.

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