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United States

Strathcona Provincial Park

Mittwoch, 03.08.2011

Crest Mountain Trail

Mein Plan für diesen Tag war, eine Tageswande­rung zu unternehmen. Bereits nach der Lektüre eines Reiseführers war mein Traumziel bestimmt: Die Bedwell Lakes. Bestimmt hatte auch der Neben­satz einen Einfluss, dass es dort oben viele Bären geben soll. Im Strathcona Provinzpark angekommen musste ich aber leider feststellen, dass für die Jahreszeit noch ungewöhnlich viel Schnee lag. Ausserdem wurde mir in der Strathcona Park Lodge gesagt, dass man den Weg ins Thelwood Valley nur mit einem Allrad-Fahrzeug fahren könne. Zusätzlich zur Aussicht, schon nach kurzer Strecke im Schnee umkehren zu müssen, kamen da also noch sechs Kilometer Fussmarsch entlang einer Piste dazu.

Wespennest auf der Brücke
Wasp nest on the bridge

Da ich das schon am Vorabend erfahren hatte, konnte ich darüber schlafen. Meine Entscheidung war weiterhin, wandern gehen zu wollen, also er­kundigte ich mich nach alternativen Wegen. Die Angestellte an der Reception empfahl mir den Crest Mountain Trail. Das schien mir eine gute Idee zu sein, also packte ich meine sieben Sachen, also konkret Kamera, Picknick und Regenkleider, und los ging es. Der Start des Wanderweges ist am west­lichen Rand des Provinzparks, direkt an der Strasse. Auf dem Parkplatz stand bereits ein Auto, also war schon jemand unterwegs.

Der Weg kann grob in drei Teile unterteilt werden: Das erste Drittel ist sehr steil, das zweite etwas flacher, das dritte enorm steil. Ich würde es fast wagen, den Vergleich mit dem Grouse Grind auf den Grouse Mountain in Vancouver anzustellen. Ent­sprechend fragte ich mich, ob die Receptionistin tatsächlich wusste, wohin sie alle Leute schickte. Denn wie ich später erfahren habe, wurde diese Wanderung allen Interessierten nahegelegt. Von etwa zehn Partien, die sie in Angriff nahmen, kehrten alle bis auf drei vor dem Gipfel um.

Da ich normalerweise nicht mehr gut aufwärts wandern kann, wenn ich einen vollen Magen habe, versuchte ich, möglichst viel Höhe vor dem Mittag­essen zu bewältigen. Unter dem Gewicht der Kame­raausrüstung schwitzend erreichte ich schliesslich einen schönen Felsen mit Aussicht. Das war bereits nahe an der Baumgrenze, also konnte es nicht mehr so weit sein. Ich genoss mein Sandwitch bei der tollen Aussicht, wobei die Gipfel auf der anderen Seite des Tals leider in den Wolken steckten. Kurz vorher hatte ich die anderen Leute, die vor mir gestartet waren, getroffen und überholt. Nur eine der drei Personen ging noch bis zum Gipfel.

Kings Peek

Auf dem Gipfel des Crest Mountain hatte es einige Schneefelder, wovon man einzelne entlang dem Weg queren musste. Beim kleinen See stoppte ich und genoss die schöne Ansicht. Kurz darauf erreichten noch zwei junge Typen den Gipfel, wir waren also alle gleichzeitig oben. Ich blieb am längsten, bestieg noch einen kleinen Hügel, auf dessen anderer Seite man bis zur Küste sehen konnte. Leider war ich alleine, sonst hätte ich noch einen Baum etwas genauer inspiziert: Da oben bewegte sich etwas, was von der Grösse her keine Krähe sein konnte. Mir kam nur ein Tier in den Sinn, das die Äste so stark bewegen könnte, ein Puma. Aber da wollte ich verständlicherweise nicht alleine nachschauen gehen.

Ein Baumstamm bildet die Brücke über den Bach
A log is the bridge to cross the creek

Der Weg hinunter war natürlich viel schneller beg­ehbar, aber bei weitem nicht so schnell, wie man erwarten würde. Das Problem war der nasse Untergrund. Ununterbrochen musste man aufpas­sen, nicht auf einem Baumstrunk oder einfach wegen dem steilen Gelände auszurutschen. Irgend­wann war ich aber wieder unten, etwa vier Stunden nach dem Abmarsch, rund 1250 Höhenmeter nach oben und wieder hinunter gewandert. Ich denke, das trockene T-Shirt hatte ich verdient.

Schwarzbär beim Elk River Aussichtspunkt
Black bear at Elk River Viewing Area

Auf dem Rückweg stoppte ich noch beim Elk River Aussichtspunkt. Ein kurzer Weg führt vom Parkplatz zu einer Plattform, von der man auf den Elk River hinunterschauen kann. Interessanter ist aber der abgeholzte Streifen entlang der Stromleitungen. Dort entdeckte ich einen Bären, der wohl Beeren ass. Dazwischen ging er plötzlich zu einem der Strommasten und kratzte zuerst seinen Rücken, danach noch seinen Hintern. Das war echt lustig zuzuschauen.

Strand und Bootsverleih der Strathcona Park Lodge
Beach and boat rental at Strathcona Park Lodge

Nach dem Nachtessen in der Strathcona Park Lodge ging ich hinunter zum Strand und machte noch ein paar Langzeitbelichtungen des Sonnenuntergangs und der einsetzenden Dämmerung. Die Lodge ist perfekt gelegen, die Sonne geht direkt über dem gegenüberliegenden Seitenarm des Upper Campbell Lakes unter. Danach ging ich auf mein Zimmer und genoss den Schlaf.

Mond über Mount Filberg
Moon above Mt. Filberg
Wednesday, 03.08.2011

Crest Mountain Trail

Drum Lake
See auf dem Crest Mountain
Lake on top of Crest Mountain
Crest Mountain
Der Weg ist sehr steil
The trail is very steep
Ein Schwarzbär kratzt sich an einem Telephonmast
A black bear has a scratch on a telephone pole
Sicht von meinem Zimmer in der Strathcona Park Lodge
View from my room at
Strathcona Park Lodge
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