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Northern Ireland

27.05. - 12.06.2010

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Northern Ireland
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Rathlin Island, Ballycastle

Montag, 31.05.2010

An diesem Morgen starteten wir wiederum möglichst früh, denn wir mussten um elf Uhr in Ballycastle sein. Trotz diesem Zeitdruck wählten wir die mit 65 Meilen oder knapp zwei Stunden längere Fahrt entlang dem Meer, die ab Larne eines der landschaftlichen Highlights von Nordirland ist: Glens of Antrim. Der Grund, weshalb wir so früh starteten, war, dass wir in Ballycastle die Fähre nach Rathlin Island gebucht hatten.

Steilküste in Nordirland bei Ballycastle
Steep rock walls near Ballycastle
Monday, 31.05.2010
Schnellschiff nach Rathlin Island
Fast ferry to Rathlin Island

Rathlin Island Seabird Centre

Es gibt zwei Schiffe, die nach Rathlin Island fahren. Eines davon ist ein Katamaran, der für die Fahrt zwanzig Minuten benötigt. Dieses Schiff transpor­tiert ausschliesslich Passagiere. Das zweite Schiff ist in erster Linie eine Fähre, die fast eine Stunde benötigt und auf der einige Passagiere unter freiem Himmel auf den auf dem Autodeck bereitgestellten Stühlen sitzen müssen, falls viele Leute mitfahren möchten. Dieses Vergnügen hatten wir bei der Rückfahrt, glücklicherweise ohne Regen.

Rathlin Island Seabird Centre

Es gibt zwei Gründe, um nach Rathlin Island zu kommen: Die Suche nach Einsamkeit oder ein Besuch des Rathlin Island Seabird Centre. Ich hatte schon seit der Lektüre der meisten Bücher von Enid Blyton in der Kindheit den Wunsch, einmal Papageientaucher zu sehen. Die Papageientaucher verbringen im Sommer einige Monate mit der Aufzucht ihres Nachwuchses. Während dieser Zeit bleiben sie an einem Ort und können somit gut beobachtet werden. Das Seabird Centre auf Rathlin Island ist ein solcher Ort, wo man die Vögel und noch viele andere Arten beobachten kann.

Tausende Vögel brüten auf den Felsen
Thousands of birds breeding on the rocks

Das Seabird Centre befindet sich rund vier Kilometer von der Church Bay entfernt, wo die Fähre anlegt. Es gibt zwei Möglichkeiten, vom Hafen dahin zu kommen: Entweder man geht zu Fuss oder bezahlt ein Ticket für den privat betriebenen Bus, der regel­mässig hin- und her fährt. Wir entschlossen uns, für die Hinfahrt den Bus zu nehmen, danach aber zu Fuss zurück zu laufen. Angetrieben wurde die Ent­scheidung auch dadurch, dass wir keine Karte der Insel hatten. Wir nutzten also die Fahrt, um nachher den Weg zu kennen.

Vögel, Vögel, Vögel, ...
Birds, birds, birds, ...

Nach der Ankunft mit dem Schiff erwischten wir gleich den ersten Bus. Weil das Schiff voll war, mussten ziemlich viele Leute entweder auf den nächsten Bus warten oder zu Fuss gehen. Die Busfahrt dauert ziemlich lange, denn die Strasse ist gerade mal so breit wie der Bus selber und windet sich in vielen Kurven teils recht steil entlang der Hügel. Schliesslich kamen wir aber beim Seabird Centre an und waren erstaunt, wie es da aussah: Es steht als Leuchtturm ganz oben auf einem steilen Felsen.

Nicht nur oben drauf, sondern auch in den Felsen
Not just on the top but also along the rock faces

Man kann hier eine steile Treppe hinunter zur Aussichtsplattform steigen. Von dieser Plattform aus sieht man direkt auf die Felsen mit den tausenden nistenden Vögeln hinunter. Wer keinen Feldstecher mitgebracht hat, kann sich einen leihen. Die Anzahl ist allerdings sehr beschränkt, deshalb wird empfohlen, selber einen mitzunehmen. Ich brauchte keinen, denn mein Ziel waren gute Photos von Papageientauchern, und dafür braucht man ein Tele-Objektiv, das ich mitgebracht hatte. Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte: Die Papagei­entaucher nisten ganz unten auf der steilen Wiese, also vielleicht zweihundert Meter entfernt. Da gab es nicht so viel zu sehen, von Auge gar nichts ausser kleinen Punkten.

Es sind mehrere Arten, die auf diesen Felsen brüten. Die meisten davon sind Möven. Sie fliegen auch auf der Höhe der Zuschauer hin und her, einige wenige haben ihre Nistplätze gleich bei der Plattform. Nahbeobachtungen sind also kein Pro­blem. Aber nicht nur die Vögel sind ein Spektakel, auch die Felsstrukturen sind sehr eindrücklich. Sie ragen steil aus dem Meer auf, übersät mit Vögeln und weiss getüncht von deren Ausscheidungen.

Blick hinüber zur irischen Hauptinsel
View towards the main island of Ireland

Nach vielleicht zwei Stunden und einem Picknick machten wir uns auf, den Rückweg in Angriff zu nehmen. Der Weg führt auf der nun bekannten Strasse zurück, eine liebliche Wanderung durch eine verlassene Hügellandschaft. Die Umgebung ist vielleicht nich spektakulär, aber man kann in der Ferne immer die steilen Felsen der irischen Insel sehen, ansonsten gibt es zu dieser Jahreszeit viele Blumen und blühende Büsche. Unterwegs passiert man einige wenige Gebäude, hauptsächlich Bauern­höfe und ganz zum Schluss eine Kirche.

Church Bay

Vor der Rückfahrt genehmigten wir uns noch einen Kaffee bei einem älteren Mann, der auf seiner Terrasse Kaffee, Tee und enorm gute Biscuits verkauft. Auch ins Dorfmuseum haben wir noch einen kurzen Blick geworfen. Man könnte auch noch in die andere Richtung wandern, wo es eine Bucht mit Seehunden gibt, aber dafür hat dann schliesslich die Zeit nicht mehr gereicht.

Das Nachtessen genossen wir im Cellar Restaurant in Ballycastle. Dieses Restaurant wird im Lonely Planet als "our pick" vorgestellt. Die Auberginen-Rollen waren unglaublich gut. Wir haben diese Erfahrung als Anlass genommen, für den Rest der Reise bei der Wahl der Lokale auf den Lonely Planet zu vertrauen. Das Essen in Irland kann wirklich ein Genuss sein, auch für Vegetarier.

Rathlin Island Seabird Centre

Brutfelsen beim Rathlin Island Seabird Centre
Breeding rocks at Rathlin Island Seabird Centre
Papageientaucher
Puffin
Glenluce Guesthouse, Ballycastle

Bed & Breakfast in Ballycastle

Glenluce Guesthouse
42 Quay Road
Ballycastle, BT54 6BH
Northern Ireland

Auf halbem Weg zwischen dem Hafen und dem Ortszentrum gelegen bietet diese Unterkunft eine ruhige und angenehme Nacht. Das Morgenessen wird in den Räumen des Cafés aufgetischt. Fasziniert hat mich dabei vor allem die vollauto­matische Toastmaschine.

Situated halfway between the harbor and the town center this bed & breakfast offers a quiet and comfortable sleep. The breakfast is served in the rooms of the café. I was very fascinated by the all automatic toaster.

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