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Madagaskar

02.09. - 23.09.2006

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Andasibe-Mantadia Nationalpark

Parc National d'Andasibe-Mantadia

Weil mein Gepäck nicht angekommen war musste ich also in Antananarivo warten. Und die Stadt gefiel mir gar nicht. Was konnte man da also tun? Bereits zuhause hatte ich geplant, bei meiner Rückkehr in die Hauptstadt zum Schluss der Reise noch für einen Tag in den Osten zum kleinen Parc National d'Andasibe-Mantadia zu fahren. Wieso das also nicht vorziehen? Gedacht, getan. Ich bin aus dem Hotel herausspaziert und habe mir ein Taxi genommen, um zur Taxi-Brousse Station zu fahren. Und so geschäftstüchtig wie die Madagassen sind, wird man immer zuerst gefragt, ob man das Auto nicht gleich für den ganzen Tag haben möchte - natürlich inklusive Chauffeur. Ich habe mich erkundigt, was mich das denn kosten würde, und als er meinte, für 40 Euro würde er es machen, da habe ich zugesagt. Man rechne: 300km bei denselben Benzinpreisen wie in Europa, Abfahrt um 8 Uhr und Rückkehr um 11 Uhr am folgenden Tag. Verpflegung und "Unterkunft" für den Fahrer inklusive... Die Strasse nach Andasibe ist geteert und gehört somit automatisch zu den besten in Madagaskar.

Indri, die grösste Lemurenart
Indri, the largest lemur species

Nach rund drei Stunden kamen wir beim Nationalpark an. Und gleich musste ich ein paar Sachen lernen, die man unbedingt beachten sollte, wenn man in Madagaskar einen Nationalpark besuchen möchte:

  • Für den Besuch der Nationalparks muss man jeweils einen Eintritt bezahlen. Dieser Eintritt ist für die einzelnen Parks unterschiedlich teuer, der Preis wird aber durch die Nationalparkbehörde ANGAP festgelegt und ist auch irgendwo auf einem Papier in einem Kasten angeschrieben. Somit muss man also keine Angst haben, betrogen zu werden.
  • Betreten darf man die Nationalparks nur in Begleitung eines lokalen Führers. Wenn man beim Nationalpark eintrifft, so wird man gleich bestürmt, denn die Führer verdienen nur Geld, wenn sie Touristen finden, die mit ihnen in den Park gehen. Die Preise für die Führer werden ebenfalls durch die Nationalparkbehörde ANGAP festgelegt und sind ebenfalls angeschrieben.
  • Der Preis für den Führer ist derselbe für bis zu drei Personen. Das ist also insbesondere dann wichtig, wenn man alleine reist. Es kann sich lohnen, einen Moment zu warten und andere Touristen zu fragen, ob man sich den Preis teilen möchte.

Ich habe also den Eintritt gelöst, mit einem Führer einen Termin abgemacht und bin dann zuerst im Restaurant, das gleich beim Eingang des Nationalparks ist, etwas essen gegangen. Während der Mahlzeit sind noch zwei junge Französinnen eingetroffen, die noch so froh waren, ein wenig Geld zu sparen. Ich habe den Führer gleich auch noch für die Nacht-Tour engagiert. Was ich zu diesem Moment aber noch nicht wusste: Es gibt zwei Tafeln mit Preisen: Eine ist ausserhalb des ANGAP-Büros und listet die offiziellen Preise auf. Die andere Tafel steht im Restaurant in einer Ecke hinter einem Tisch und wird präsentiert, wenn man mit den Führern spricht... Überflüssig zu erwähnen, dass die Preise nicht identisch sind.

Lac Vert

Die Führer bieten im Parc National d'Andasibe-Mantadia drei verschiedene Touren an. Die meisten Touristen machen wahrscheinlich jene für 3-4 Stunden (Circuit Indri 2). Man bewegt sich teilweise auf Pfaden im Regenwald, wenn man Lemuren entdeckt verlässt man auch mal diese Wege und kämpft sicht durch das Dickicht. Die Führer wissen ziemlich genau, wo sich die Lemuren aufhalten, denn die Familien dieser affenähnlichen Tiere bewohnen Reviere, die sie notfalls auch gegen Eindringlinge verteidigen. Ich hatte ziemlich viel Glück und konnte neben den Indris auch noch Makis und weitere Lemuren-Arten beobachten. Die Indris sind die grössten Vertreter der Lemuren und sind fast nur noch in diesem Nationalpark zu finden. Es ist aber schade, wenn man die Augen nur auf die Lemuren richtet, denn die Pflanzen-Vielfalt ist im Regenwald unglaublich. Man entdeckt alle paar Meter eine Pflanze, die man noch nie gesehen hat. Schliesslich sind rund 70% aller Spezies der Fauna und Flora Madagaskars endemisch, kommen also nirgends auf der Welt vor ausser hier.

Kleiner Frosch (ca. 2cm)
Little frog (about 2cm)

Ebenfalls empfehlenswert ist eine Nacht-Tour. Das Ziel ist da vor allem, Chamäleone zu sehen. Diese Tiere kann man bekanntlich am Tag kaum entdecken. Man läuft deshalb im Dunkeln entlang der Strasse (das Betreten des Nationalparks ist in der Nacht verboten) und leuchtet mit Taschenlampen ins Gebüsch. Also auf keinen Fall die Lampe vergessen, denn das Erlebnis, selber ein Chamäleon zu entdecken, ist noch viel besser, als sich die vom Führer anzuschauen. Die Tiere entdeckt man relativ einfach, denn ihre Haut reflektiert im Gegensatz zu den Blättern das Licht der Lampen. Wenn man eine Kamera mit einem guten Makro-Bereich besitzt, so ergibt das wunderschöne Photos. Die Tiere, die ich hier gesehen habe, waren allerdings ziemlich klein (bis zu ca. 10cm mit eingerolltem Schwanz), im weiteren Verlauf meiner Reise habe ich dann auch noch grössere Exemplare gesehen.

Übernachtet habe ich in den Bungalows des Hotels Feon'ny Ala. Es gibt dort Bungalows in verschiedenen Grössen, alle mit Dusche, WC und Moskitonetz. Das Hotel ist direkt am Kanal gelegen, der den Nationalpark begrenzt. Im zugehörigen Restaurant kann man gut essen, und beim Morgenessen auf der Terasse über dem Kanal konnte ich sogar noch den Gesang der Indris hören, der sogar musikalischen Ansprüchen genügen kann! Ich wollte sogar eine Aufnahme davon machen, doch leider hat das nicht funktioniert, weil ich zu diesem Zeitpunkt meine neue Kamera noch zuwenig gut kannte.

Sicht vom Bungalow
View from the bungalow
Maki-Familie
Maki family

Because my luggage arrived late I had to stay and wait in Antananarivo. I didn't like that city at all. So what should I do? Already when I was planning my trip at home I had decided to spend a day in the Parc National d'Andasibe-Mantadia after my return to the capital. This park is located east of Tana. So why not do it now? I walked out of the hotel and looked for a taxi that should bring me to the taxi-brousse station. Taxi drivers are great business men and so they ask you as one of the first thing what your plans are. Their offer is always clear: Hire me for all your trips, no matter how short or long they are. So I asked him how much he wanted, and as he replied 40 Euros I agreed. Little calculation: 300km with about the same gas prices as in continental Europe, departure at 8 o'clock and return at 11 o'clock the following day. Drivers food and accomodation included... The street to Andasibe is paved and might be seen as one of the best in Madagascar.

We arrived at the national park about three hours later. And I had to learn a few things immediately that should be considered whenever you visit a national park in Madagascar:

  • There is always an entrance fee at the national parks. The height of this fee depends on the park and its popularity. It is fixed by the national park covernance ANGAP and is also published around the office. So at least in theory there should not be any fraud.
  • You're only allowed to enter the national park if accompanied by a local guide who you have to hire. Upon arrival at the park entrance there are lots of them. And they try to get you as a customer because they only earn money if they can conduct tourists. The prices for the guides are also fixed and published by the ANGAP
  • The prices for the guides are the same for up to three persons. That's a point to consider if you're travelling alone. It may be worth waiting for other people and asking the to share the price.
Chamäleon
Chameleon

So I payed the entrance fee, agreed on a appointment with a guide, and went to the restaurant that's just next to the park entrance in order to eat something. During this time two French girls arrived who were happy to share a guide and save some money. I engaged the same guide also for the nocturnal tour. But there was one thing I didn't know at that moment: There are two panels showing the prices for the tours. One of them is outside the ANGAP office and shows the official prices. The other is a chalk board in a corner of the restaurant behind a table and is presented while you're talking with the guide about the possible tours... Needless to say that the prices aren't the same.

There are three different tours that can be booked in Parc National d'Andasibe-Mantadia. I guess that most tourists do the 3-4 hours tour (Circuit Indri 2). Mostly you're walking on the paths in the rain forest. But when there are signs of lemurs you leave them and fight your way through the bush. The guides know most areas where the families of the ape-like animals live. Those families have their estuaries and also protect them from intruders. I had quite a good luck and could observe indris, makis and also other lemurs. Indris are the largest species of lemurs and can only be found in the region of this national park. But it's important to point out that it is a pity if you're only looking for lemurs. There is a large variety of plants in the rain forest. Walk only a few meters and you can find a plant that you have never seen before.

Chamäleon
Chameleon

I also recommend the nocturnal tour where you try to find chameleons. Those animals - as it's well known - can hardly be seen in daylight. The tour follows the street along the borders of the national park because it's illegal to enter the park in the night. The chameleons can be discovered by using a torch as their skin, unlike the leafes, reflects the light. It's not that difficult. But you should bring your own torch because it's a much better experience to find one yourself than just waiting for the guide to discover them. You should also bring a camera that has a good macro. It's possible to take unbelievable images. The chameleons I could see that night were not very large (up to about 10cm, their tail rolled), later I had the chance to see much larger examples.

Hotel Feon'ny Ala (Bungalows)

In the night I was staying at one of the bungalows of the hotel Feon'ny Ala. They have bungalows of different sizes, all with shower, toilet and musquetaire. It's located at the chanal that builds the border of the national park. There is also a restaurant. at the hotel that serves quite good food. And while eating breakfast on the terasse above the channel I could listen to the chants of the indris that may delight musicians ears!

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