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Madagaskar

02.09. - 23.09.2006

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Tsingy de Bemaraha Nationalpark

Parc National Tsingy de Bemaraha

Belo-sur-Tsiribihina - Bekopaka

Der dritte Teil der durch Exode Tours organisierten Tour führte mit einem Allradfahrzeug auf der Piste von Antsiraraka nach Belo-sur-Tsiribihina, wo wir mit der Fähre den Tsiribihina überqueren mussten. Anschliessend assen wir in Belo das Mittagessen, bevor uns der Fahrer über die Piste nach Bekopaka fuhr. Für diese 200 Kilometer benötigt man bei guten Wetterbedingungen mindestens vier Stunden. Das Ziel Bekopaka liegt am Rand der Petits Tsingy, einem Teil des Parc National Tsingy de Bemaraha. Dort gibt es Lodges und Zeltplätze, um diese zu erreichen muss man aber nochmals eine kurze Fähre nehmen.

Piste von Belo-sur-Tsiribihina nach Bekopaka
Road from Belo-sur-Tsiribihina to Bekopaka

Übrigens: Die Stadt Belo-sur-Tsiribihina und die Dörfer in dieser Region sind während der Regenzeit vom November bis Ende Februar von der Umwelt abgeschnitten. Für diese Zeit müssen die Leute genügend Nahrung haben, Krankheiten bedeuten oft den Tod!

Belo-sur-Tsiribihina - Bekopaka

Kurze Pause
Short break

The third part of the tour organised by Exode Tours was done onboard a offroader. The first section was on the dirt road from Antsiraraka to Belo-sur-Tsiribihina, where we had to cross the Tsiribihina river on a ferry. We ate lunch in Belo before we started for the second section to Bekopaka. This takes at least four hours for the 200 kilometers - in good weather conditions. Bekopaka is situated at the border of the Parc National Tsingy de Bemaraha. There are lodges and campgrounds, but to reach them one has to take another ferry.

By the way: The city of Belo-sur-Tsiribihina and also the villages in that area cannot be reached during the rain season. That season starts in November and lasts until the end of February. People have to have enough food for that time, illnesses often result in death!

Grands Tsingy

Die Tsingys sind ein riesiges Karstgebiet im Westen von Madagaskar. Der Kalkstein wurde während tausenden von Jahren durch Wind und Regen zerfressen. Übriggeblieben sind scharfkantige Kalksteinfelsen (Tsingys genannt), an denen man sich spielend leicht verletzen kann. Gute Wanderschuhe sind also unbedingt nötig. Diese Felsen ragen teilweise bis zu 200 Meter in die Höhe, Der durch die Nationalparkbehörde ANGAP verwaltete Nationalpark gehört zum Unesco Weltnaturerbe. Er umfasst ein Gebiet von 66'630 Hektaren (rund 7 x 100km!). Von diesem riesigen Gebiet ist nur ein kleiner Teil überhaupt erforscht.

Ich hatte vor ein paar Jahren im Magazin GEO einen Artikel über diesen Nationalpark gelesen. Der Artikel hat mich damals so sehr beeindruckt, dass die Tsingys einer der Hauptgründe waren, nach Madagaskar zu reisen. Es gibt auch in der Schweiz ähnliche Karstgebiete, doch sind sie hier viel kleiner. Auch in den USA habe ich geologische Naturwunder besucht (Bryce Canyon National Park, Arches National Park), doch übertreffen die Tsingys mit ihren Ausmassen alles Andere.

Wie alle anderen Nationalparks in Madagascar ist auch der Parc National Tsingy de Bemaraha nur mit einem lokalen Führer betretbar. Dieser muss zusätzlich zum Eintritt in den Nationalpark bezahlt werden. In diesem Nationalpark gibt es sogar Führer mit fester Anstellung, was die Problematik von Betrügereien stark einschränkt. Der Park wird während der Hochsaison (Juli bis September) von vielen Touristen besucht, sodass man selten alleine sein wird. Im Preis für den Führer ist auch die Ausrüstung für Klettersteige enthalten, denn der Weg ist nicht einfach begehbar. Es gibt zwar auch Touren für Leute mit eingeschränkten Lauffähigkeiten, doch beschränken sich diese auf ein paar Aussichtspunkte am Rand des Parks.

Vor dem Betreten des Parks (nach einer Stunde Fahrt mit dem Allrad-Fahrzeug) wird man darauf hingewiesen, dass die Toilette beim Parkplatz die letzte für ein paar Stunden sein werde. Innerhalb des Parks ist es verboten, sein Geschäft zu erledigen. Ebenso ist das Rauchen untersagt - mit Ausnahme von ein paar speziellen Pausenbereichen, denn schliesslich kann man Raucher nicht drei Stunden lang ohne Zigarette marschieren lassen...

Bereits aus den obigen Aussagen kann man ableiten, dass es (je nach Interesse) ein Vorteil sein kann, wenn die Leute in der Gruppe etwas sportlich sind. Die Tour besteht aus vielen Auf- und Abstiegen, sodass man innerhalb von drei Stunden innerhalb der Tsingys nur gerade einen Kilometer Horizontaldistanz zurücklegt. Der höchste Felsen, den man besteigt, ist rund 80 Meter hoch. Von da oben hat man aber einen unglaublichen Ausblick über einen imposanten Teil des Parks.

Spannend am Parc National Tsingy de Bemaraha sind nicht nur die Felsen selber. Diese sind nämlich einheitlich grau. Dazwischen gibt es aber eine grosse Anzahl Pflanzen. Je nach Höhe gibt es verschiedene Klimazonen und somit unterschiedliche Pflanzenarten. Ganz unten ist es recht kalt. Hier gibt es nicht viel Leben, ausser in den etwas grösseren Spalten, wo Licht eindringen kann. An diesen Stellen wachsen grosse Bäume, die teilweise bis zur oberen Kante des Karsts reichen. Weiter oben wachsen vermehrt Pflanzen, die mit wenig Wasser überleben können, also Sukkulenten.

Nach dem ersten Aussichtspunkt begibt man sich gleich in die Tiefe. Auf der ganzen Tour begeht man mehrere Höhlen, eine Taschenlampe ist also ein unerlässlicher Ausrüstungsgegenstand. Die Höhlen sind aber, obwohl ganz ohne Tageslicht, nicht frei von Leben. Viele der hier wachsenden Pflanzen beginnen ihr Leben als Samen. Als erstes wächst von diesen aus eine Wurzel der Schwerkraft folgend nach unten. Sobald diese Wurzel am Grund angekommen ist, hat sie eine sichere Wasserquelle gefunden und kann nach oben zu wachsen beginnen. Diese Wurzeln sieht man in allen Höhlen, teilweise dringen sie durch kleinste Ritzen in der Decke ins Dunkel ein.

Den Schlus der Tour bildet ein kurzer Gang durch einen Wald, wo wir gleich mehrere Lemuren sehen. Dieser Wald befindet sich in einem Tal zwischen den Tsingys. Gleich nach dem Wald folgt eine Savanne, durch die man wieder zum Parkplatz zurückkehrt. Auch hier sind also auf kleinster Fläche verschiedene Klimaarten vertreten.

Grands Tsingy

The Tsingys are a large are a large area of jagged, cathedral-like limestone pinnacles. They were formed over centuries by the movement of wind and water. Often they are towering about 200 meters into the air. Their forms are very sharp and you can easily hurt yourself by just touching them. So good hiking shoes are essential. The national park, governed by ANGAP is a Unesco world nature heritage site. It consists of an area of 66'630 hectares (about 7 times 100km!). Only a small part of that huge area has been researched.

A few years ago I read an article in the magazine GEO about this national park. I was so much impressed by that article that it became one of the main reasons to visit Madagascar. There are similar limestone areas in Switzerland, by they are much smaller. I have also visited geological natural wonders in the United States of America (Bryce Canyon National Park, Arches National Park), but the Tsingys are much larger than any of them.

As in all other national parks of Madagascar you are only allowed to enter Parc National Tsingy de Bemaraha together with a local guide. You have to pay for the guide in addition to the entrance fee for the national park. Here, there are guides employed by the national park, so the chance to be tricked is much smaller than in other parks. During high season (July to September) there are lots of tourists, so you won't be lonely very often. The fee for the guide includes the equipment needed for a via ferrata. Said this you may imagine that the paths are not easy to walk on. There are also circles for people that are not that good on feet, but they only visit a few overview points at the borders of the park.

Before entering the park (after a one-hour-ride with your offroader) you are told to use the toilet at the parking lot. That is the only toilet and it is forbidden to do your business within the borders of the park. Smoking is also prohibited - except at a few rest points as it seems to be impossible to keep smokers from their addiction for about three hours while they have to walk...

Given the fact that the walk may be quite strenuous it may be (depending on your interests) an advantage to join a group of peoply being in a rather good shape. You have to climb and descent again and again. The horizontal distance you are walking in that three hours within the Tsingys is only about one kilometer. The highest rock you have to climb is 80 meters high. But you are given an unbelievable view over an impressing part of the park after that effort.

Gruppenphoto
Group picture

Interesting about the Parc National Tsingy de Bemaraha are not only the rocks. They are just a kind of a boring grey. But inbetween them live a lot of plants. Depending on the height there are different climates and with them different kinds of plants. At the bottom it is quite cold so you can feel ist. So there is not lots of life. But where ever there is some sunlight life is growing. Large trees are growing there and some of them even reach the top of the Tsingys. One level higher there live plants that do not need much water like succulents.

After the first viewpoint the guide leeds the group down to the bottom. You are visiting a number of caves, so bringing a torch light with you is highly recommended. The caves are - though all dark - not without life. Many of the plants growing in this park start as seeds somewhere above. They first develop roots that grow very slowly downwards until they reach the bottom. With the support of the water they find there they can start growing upwards, too. You can see those roots all through the caves, some of them quite thick and reaching the ground through small holes in the rocks above you.

Lemur

At the end of the tour you are crossing a forest that grows in a valley between the Tsingys. We had the chance to see some lemurs down there. Leaving that forest you have to walk through a section of savanna back to the parking lot. So also here outside of the Tsingys there are different climates within a very small area.

Lemuren-Familie
Lemur family

Petits Tsingy

Nach dem Mittagessen besuchten wir auch noch die Petits Tsingy, die sich gleich neben dem Zeltplatz befinden. Wenn man die Grands Tsingy bereits gesehen hat, so sind diese nicht mehr so eindrucksvoll, denn die Spalten sind weniger tief und das Gebiet ist viel kleiner. Trotzdem ist die an einen Klettersteig erinnernde Wanderung intensiv und wir hatten auch noch das Glück, Lemuren und Fledermäuse zu sehen. Danach strebten wir aber raschmöglichst zurück zum Zeltplatz, um trotz Warnungen vor Krokodilen noch ein Bad im Fluss zu nehmen. Krokodile blieben bis zum Schluss der Tour die einzigen grossen Tiere, die wir nie zu sehen bekamen.

Petits Tsingy

We visited the Petits Tsingy after lunch. They are located just next to the campground. After having visited the Grands Tsingy they are not so impressing anymore. The holes are much smaller and the also the area. Nonetheless, the hike that is like a via ferrata is intensive and we were quite happy to encounter lemurs and also bats. After the visit we had a strong desire to go for a swim in the river although people had told us that there might be crocodiles. Crocodiles were the only large animals that we never saw during the tour.

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