Wappen Madagaskars | Flag of Madagascar

Madagaskar

02.09. - 23.09.2006

zurück       weiter

Fahrt mit der Pirogue auf dem Tsiribihina

Pirogue cruise on Tsiribihina

Die Fahrt mit der Pirogue auf dem Tsiribihina ist unterdessen eine der meistgebuchten Touren in Madagaskar. Bereits in Antananarivo wird man regelmässig gefragt, ob man eine Tour auf dem Tsiribihina buchen möchte. Ich hatte den ersten Kontakt zu Exode Tours in Ivato bereis von zuhause aus über das Internet. Mein Gedanke bei der Kontaktaufnahme war, dass eine Firma mit einer Seite im Internet (auf die übrigens auch viele andere Agenturen verweisen) nicht schlecht sein kann, denn sonst würde es sie schon lange nicht mehr geben. Vielleicht hatte ich ja nur Glück, aber die Reise war wirklich sehr gut organisiert, das Essen delikat und auch die Ausrüstung war gut. Ich habe auch Touristen getroffen, die ihren Anbieter auf der Strasse von Antsirabe getroffen hatten, und die waren nicht alle glücklich.

Gesucht hatte ich eine geführte Tour zum Parc National Tsingy de Bemaraha, denn dieser Nationalpark ist für Individualreisende fast nicht erreichbar. Und gerade dieser Park war für mich nach der Lektüre eines GEO-Artikels einer der Hauptgründe, um nach Madagaskar zu reisen. Touren in die Tsingys werden meistens in Kombination mit der Flussfahrt auf dem Tsiribihina und und einem Besuch der berühmten Baobabs bei Morondava angeboten.

Zebus in Miandrivazo

Wie vereinbart kam eine Person von Exode Tours nach meiner Ankunft in Madagaskar zu mir ins Hotel, um die Details und die Zahlung für die Tour zu regeln. Weil mein Gepäck nicht angekommen war, empfahl er mir, die vorgebuchte Reise nicht anzutreten, sondern erst das Gepäck abzuwarten. Er konnte mir auch gleich einen anderen Starttermin anbieten, der sich ideal mit meinen Plänen verbinden liess. Ich sollte die Gruppe in Antsirabe treffen, und er versprach mir auch, mich nach meiner Rückkehr vom Flughafen abzuholen, um zu erfahren, wie es mir gefallen hat (was er auch machte). Also buchte ich das so, und er empfahl mir auch gleich noch, am folgenden Tag den Parc National d'Andasibe-Mantadia zu besuchen, um aus der Hauptstadt zu entfliehen. Dieser Tip war sehr hilfreich.

Start der zweieinhalbtägigen Fahrt auf der Pirogue
Start of the two-and-a-half day cruise on the pirogue

Zirka eine Woche später traf ich also in Antsirabe auf die anderen Leute der Gruppe. Wir waren insgesamt sechs Personen plus der Führer. Am ersten Tag fuhren wir mit einem Kleinbus nach Miandrivazo. Antsirabe liegt auf rund 1000 Metern über Meer, unser Tagesziel auf zirka 100 Metern. Der Temperaturunterschied war aber massiv grösser, als auf Grund des Höhenunterschieds zu erwarten gewesen wäre. Ich hatte noch eine Tafel Schweizer Schokolate bei mir, die war aber bei der Ankunft in Miandrivazo flüssig wie Wasser. Erstmals in Madagaskar hatte ich heiss und musste nicht mehr die Fleece-Jacke tragen.

An diesem Nachmittag mussten wir uns bei der Mairie (Gemeinde) und auch bei der Polizei registrieren. Das müssen alle Touristen, die die Fahrt auf dem Tsiribihina machen möchten. Lustigerweise muss man sich nach der Ankunft am Ziel nicht erneut melden. Die Registrierung ist also keine Sicherheitsmassnahme, sondern eher eine Einnahmequelle für Polizei und Gemeinde.

Chamäleon (ca. 40cm)
Chameleon (ca. 40cm)

Am nächsten Tag war es dann so weit: Wir fuhren zum Ufer des Mahajilo Flusses. Hier bestiegen wir (wie sicher dreissig weitere Personen) die Piroguen, um am ersten Tag bis zum Zusammenfluss des Mahajilo mit dem Mania zu fahren. Ab diesem Zusammenfluss heisst das Gewässer Tsiribihina. Wenn man auf einer Pirogue fährt, so gibt es auf jedem Einbaum auch noch einen Pirogier. Sein Beruf ist es, während rund drei bis vier Tagen Waren oder Touristen den Fluss hinab zu befördern. Anschliessend braucht er sieben Tage und Nächte, um wieder nach Miandrivazo zurückzukehren und die Fahrt erneut zu beginnen. Wie streng dies ist, merkt man, wenn man zwischendurch selber etwas rudert.

Manchmal habe ich auch selber etwas gerudert
Sometimes I had to help rowing

Die Touren auf dem Tsiribihina enthalten Vollpension und auch Wasser. Entsprechend muss man sich während den Stops am Mittag und auch am Abend nicht um das Essen kümmern. Die Pirogiers und Führer beginnen gleich nach der Ankunft mit den Vorbereitungen des Essens. Es gibt meistens auch einen Aperitiv, nach dem Essen noch Früchte als Dessert. Und natürlich darf in Madagaskar der Rum nie fehlen: Flambierte Bananen, Ananas mit Rum, Orangen mit Rum. Und das immer frisch zubereitet. Das Essen war immer exzellent gekocht, vielleicht etwas wenig gesalzen, insbesondere der Reis. Aber das ist normal so in Madagaskar.

Sonnenuntergang am ersten Tag
Sunset on the first evening

Als Vegetarier hatte ich gar kein Problem. Es gab zu jeder Malzeit Gemüse. Spannender ist aber eigentlich die Geschichte des Fleisches, das wir bei uns hatten: Am ersten Tag wurden zwei lebende Hühner ins Boot eingeladen. Dadurch blieb ihr Fleisch frisch. Am zweiten Tag wurden sie dann getötet und als Nachtessen aufgetischt. Wir trafen auch immer wieder Fischer auf dem Fluss, von denen gleich frische Fische gekauft wurden. Und das Fleisch des Zebu lag den ganzen Tag über an der prallen Sonne. Schien aber kein Problem zu sein, denn niemand in der Gruppe trug einen gesundheitlichen Schaden davon. Dafür entschieden sich einige, eher auf die vegetarische Seite des Lebens zu schwenken, wenigstens vorübergehend. Spannend hingegen die Bemerkung des Organisators nach meiner Rückkehr nach Antananarivo: Ich war scheinbar erst der zweite Vegetarier, den sie jemals auf eine Tour mitgenommen hatten.

Lemur

Übernachtet hatten wir in Zweierzelten. Ich musste eines mit einem Franzosen teilen, der ebenfalls alleine reiste. Die anderen Gruppenmitglieder waren je ein Paar aus Italien und der Schweiz. Gesprochen wurde Französisch, was den Italienern und auch mir manchmal etwas Mühe bereitete. Allgemein hatte ich mit den Madagassen weniger Kommunikationsprobleme als mit den Franzosen, denn letztere sprechen viel schneller und Umgangssprache. Die Madagassen hingegen haben diese Sprache ebenso wie ich in der Schule gelernt und sprechen eine eher der Schriftsprache angelehnte Variante.

Pirogue

Am zweiten Tag führte uns der Tsiribihina in eine Schlucht. Wir machten bereits vor dem Mittagessen einen Stop bei einem Wald, um dort Lemuren zu besichtigen. Wir sahen auch wirklich viele Exemplare. Das Mittagessen war dann bei einem Wasserfall, wo wir die Zeit vor dem Essen für eine Dusche nutzten. Der Wasserfall ist traumhaft gelegen, fast schon paradiesisch, wie das Bild beweist. Und die Dusche war mehr als willkommen nach zwei Tagen ohne fliessendes Wasser (abgesehen vom Fluss natürlich).

Flambierte Bananen
Banane flambée

Der dritte Tag war ziemlich streng, vor allem für die Pirogiers, denn wir hatten unterdessen recht müde Arme vom Rudern und gleichzeitig wurde der Fluss immer breiter und hatte immer weniger Strömung. Die Etappe war zum Mittagessen beendet, wo wir bei einem Dorf anlegten und unsere Sachen auf einen Zebu-Wagen umluden. Die nächsten sieben Kilometer sollten wir auf diesen unbequemen Gefährten hinter uns bringen. Auf den ersten paar Kilometern waren wir ja noch ziemlich froh, denn da mussten wir einige Zuflüsse des Tsiribihina durchqueren, danach stiegen wir aber ab und wanderten bis zum nächste Dorf, Antsiraraka, wo wir unsere Bungalows bezogen.

Eines der vielen Dörfer entlang des Tsiribihina
One of the many villages along Tsiribihina

Antsiraraka ist ein ziemlich grosses Dorf mitten im Nichts! Es gibt hier kein Telephon, Strom ist aber vorhanden. Der Ort wird auch in keinem Reiseführer erwähnt, wohl, weil man nur auf dem Tsiribihina hierher kommt, und das überlicherweise mit einer organisierten Tour. Es gibt hier ein Hotel, in dem man alle Touristen wieder trifft, die man unterwegs auf der Pirogue getroffen hat. Die Bungalows sind angenehm und mit Moskitonetzen ausgerüstet. Weniger toll sind die Toiletten, denn Schüsseln gibt es nicht. Ich tat meine Geschäfte noch vor dem Eindunkeln, nachher wagte ich mich nach den Erzählungen der anderen Gruppenmitglieder nicht mehr in die Toiletten...

Madagassischer 4WD
4x4 malgache
Antsirabe - Miandrivazo

The pirogue ride on the Tsiribihina river has recently become on of the most booked tourist trips in Madagascar. Already in Antananarivo your often asked whether you would like to book this tour. I had arranged a first contact with Exode Tours located in Ivato on the Internet before leaving home. My thought was that a company that has a homepage (which by the way is referenced by many other companies) cannot be bad, because otherwise they probably would not exist anymore. Maybe I was just lucky, but the trip was very well organized, the food was great and the equipment well. I had also met other tourists who had booked with guys on the street in Antsirabe and not all of them were happy with their guides.

I was looking for a tour to Parc National Tsingy de Bemaraha. That park is very difficult to visit if you are travelling individually. And that park was one of my reasons to visit Madagascar at all, after I had read an article in the magazine GEO. Most of the tours to the Tsingys are combined with a ride on the Tsiribihina river and a visit of the famous baobabs in the surroundings of Morondava.

Das erste Mittagessen
The first lunch

As we had agreed a person of Exode Tours visited me in my hotel the day after my arrival in Madagascar. We had to fix the details and the payment. Because my luggage had not arrived yet he recommended not to start with the intended tour but rather to wait for the arrival of the luggage. I was lucky that he was able to offer me another tour that fitted idealy my plans. I was to meet the people of the group in Antsirabe. He also promised to pick me up at the airport after my return in order to know how the tour was. And he really did come to the airport. So I booked the proposed tour and he also recommended not to stay in Antananarivo but rather to visit Parc National d'Andasibe-Mantadia the following day. That tip was very good.

Schwimmende Insel
Swimming island

It was about one week later, in Antsirabe, when I met the people I was going to spend some time with. There were six of us plus the guide. The first day was a ride on a mini-bus to Miandrivazo. Antsirabe is located at an elevation of about 1000 meters over sealevel. Miandrivazo is a an elevation of only about 100 meters. But the difference of the temperature was much larger than one would expect from the difference in elevation. I had some Swiss chocolate with me that was fluid like water when we arrived in Miandrivazo. For the first time in Madagascar it was too hot for me and I did not have to wear the fleece jacket anymore.

That afternoon we had to go to the Mairie (local governmental building) and also to the police station for registration. All tourists doing the Tsiribihina must register. Funny detail: You do not have to unregister after arriving at the finish. That means that the registration is rather a money source for the government and police than a security feature.

Pirogier und sein Lehrling
Pirogier and his apprentice

The next morning our tour started. We drove to the river and entered (like at least thirty other people) the pirogues. Todays target was the connecting point of the two rivers Mahajilo and Mania. The union of that two rivers is called Tsiribihina. When floating on a pirogue, there is also the pirogier. His profession is to transport goods or tourists for three to four days down the river. After that he has to return to Miandrivazo. This takes him about seven days and nights, before starting again down the river. That is a very hard work, and you get to know it when you help paddling sometimes.

Erdnüsse und Rum mit Ananas
Peanuts and rum with pineapple

The Tsiribihina tours are all inclusive. Food and also water is included. So whenever we stopped we could take pictures and enjoy our time while the pirogiers and the guides were cooking. Usually there is an apéritiv, and also a dessert after the meals. And the most important thing when eating in Madagascar is... rum: Banane flambée, pineapple with rum, oranges with rum. Everything was always prepared freshly. The meals were excellent, although not enough salt was used, especially for the rice. But that is allways like that in Madagascar.

Gorge de Bemaraha

I did not have problems at all as a vegetarian. All meals contained legumes. More interesting is the story of the meat: On the first day we had two living hens in the pirogue. Living meat stays fresh. The second day they were killed and served for dinner. We also met some fishermen on the river and bought fresh fish from them. The meat of the zebu lay in the full sun all the day. But that did not to seem a problem as nobody of our group got any health problems. But some of the others decided to rather eat the vegetarian food than meat. At least temporarily. I can surely understand that. Also interesting is a comment of the organizer after my return to Antananarivo: It seems that I was only the second vegetarian who had booked a tour with them.

Paradiesischer Wasserfall
Cascade in paradise

We slept in tents that were good for two. I shared mine with a French guy who was travelling alone, too. The other members of the group were two couples, one from Italy and the other from Switzerland. We spoke French. That sometimes was a problem for the Italians and also for me. In general I had less problems communicating with the Malgaches than with the ones from France. Later speek very fast and a kind of slang. The people from Madagascar had to study the language at school, same as I. They speak written language which is easier to understand.

Zelten am Flussufer
Camping at the river

On the second day we entered a gorge. The first stop was long before lunch time at a forest. We wanted to find and see lemurs and were very lucky to see many of them. Lunch was at a waterfall were we used our time before eating to take a shower. The waterfall is situated in a gorge that looks like paradise. And it was very welcome after two days with no floating water (except the river, of course).

Pirogue

The third day was hard work, especially for the pirogiers. Our arms were very tired by then so they had to paddly with full force on the now very broad and slow floating river. We finished the pirogue trip at lunch time when we arrived at a small village. There we packed our luggage on zebu waggons. The next severn kilometers were spent on those very uncomfortable waggons. The first few kilometers were ok because we had to cross some streams going to the Tsiribihina. Later we started hiking which was more comfortable. We went to the next village, called Antsiraraka, where we spent the night in bungalows.

Das erste WC nach drei Tagen (Hotel Masoandro in Antsiraraka)
First toilet after three days (Hotel Masoandro in Antsiraraka)

Antsiraraka is a quite large village in the midst of nowhere! There are no telephones, but they do have electrics. It is not mentioned in any of the travelbooks I had with me. That is probably because everyone visiting that village has booked a tour on the Tsiribihina river, and that is done with an organized tour. There is only one hotel where you meet all the tourists who you have met on the river before. The bungalows are comfortable and equiped with mosquito nets. Not so great are the toilets, there are no seats. I did my business while the sun was still out, but later I did not go there anymore after the stories the other members of the group told me about the toilets...

weiter | next