Jura-Höhenweg

Jura Crest Trail

Wenn ich zuhause aus dem Fenster schaue, so sehe ich die Wasserflue (844 m.ü.M.), einen prägnanten Fels des Aargauer Jura. Seit ich in Aarau wohne war es mein Ziel, jedes Jahr einmal dort oben zu stehen. Die Aussicht vom Gipfel ist äusserst eindrücklich: Man sieht von den Vogesen bis zum Schwarzwald im Norden und Richtung Süden den gesamten Alpenbogen vom Alpstein bis zu den Berner Alpen. Natürlich nur, wenn das Wetter vollständig dunstfrei ist, was ich bisher erst einmal erlebt habe.

When I look out of the window at home, I see the Wasserflue (844 m.a.s.l.), a striking rock of the Aargauer Jura. Since I have lived in Aarau it has been my goal to be up there once a year. The view from the summit is extremely impressive: from the Vosges to the Black Forest in the north and south you can see the entire Alpine arc from the Alpstein to the Bernese Alps. Of course, only if the weather is completely free of haze, which I have experienced only once so far.

Auf der Wasserflue gibt es aber noch etwas anderes: Grüne Wegweiser mit einer '5' darauf. Diese zeigen dem Wanderer den Weg entlang des Jura-Höhenwegs (französisch: Chemin des Crêtes du Jura), der grob gesagt von Zürich nach Genf führt. Dieser Höhenweg folgt dem Jurabogen und gilt als einer der schönsten Fernwanderwege der Schweiz. Entsprechend ist er auch Teil der Initiative Wanderland von Schweiz Mobil, die aktuell sieben Fernwanderwege durch die Schweiz bewirbt. Weiter ist der Jura-Höhenweg Teil des Europäischen Fernwanderwegs E4, der über die unglaubliche Distanz von rund 10'450 km von Kap St. Vincent (Portugal) bis nach Zypern führt. Während der Jura-Höhenweg als die meist begangene Fernwanderung in der Schweiz gilt, wage ich zu bezweifeln, dass der E4 regelmässig durchwandert wird. Aber es ist doch immerhin schön zu wissen, dass es die Möglichkeit für so grosse Unternehmungen gibt.

But there is something else on the Wasserflue: Green signs with a '5' on them. These show the hiker the way along the Jura Crest Trail (French: Chemin des Crêtes du Jura), which roughly speaking leads from Zürich to Geneva. This high-level trail follows the Jura arc and is considered one of the most beautiful long-distance hiking trails in Switzerland. Accordingly, it is also part of the Wanderland initiative by Switzerland Mobility, which currently promotes seven long-distance hiking trails through Switzerland. The Jura Crest Trail is also part of the European long-distance hiking trail E4, which leads over the incredible distance of around 10'450 km from Cape St. Vincent (Portugal) to Cyprus. While the Jura High Trail is considered the most popular long-distance hike in Switzerland, I doubt that the E4 is regularly hiked through. But at least it is nice to know that there is the possibility for such big undertakings.

Der Jura-Höhenweg beinhaltet in seinem Namen zwar den Begriff "Jura", also den Namen eines Kantons der Schweiz. Der Weg führt aber trotzdem nicht durch den Kanton Jura. Sein Name stammt vom Gebirgszug, der das Schweizerische Mittelland gegen Norden respektive Westen begrenzt und ungefähr von Zürich bis nach Genf reicht. Es wird ausserdem zwischen Französischem und Schweizerischem Jura unterschieden.

The Jura Crest Trail contains in its name the term "Jura", i.e. the name of a canton of Switzerland. Nevertheless, the trail does not pass through the canton of Jura. Its name comes from the mountain range that borders the Swiss Midlands to the north and west, respectively, and stretches approximately from Zürich to Geneva. A distinction is also made between the French and Swiss Jura.

Mehr allgemeine Informationen zum Jura-Höhenweg gibt es ganz unten auf dieser Seite.

More general information about the Jura Crest Trail can be found at the bottom of this page.

Und so träumte ich schon länger davon, den Jura-Höhenweg in seiner ganzen Länge zu durchwandern. Einige Teilstücke davon hatte ich in den letzten Jahren bereits hinter mich gebracht, bis sich im Jahre 2019 die Gelegenheit bot, den ganzen Weg zwar nicht am Stück, aber in einzelnen Etappen zu erwandern. Dank dem formidablen öffentlichen Verkehr ist jeder Etappenendpunkt einfach erreichbar, sodass sich mein Plan realisieren liess, jeweils zwischen einem bis zwei Tagen am Stück zu wandern.

And so I had been dreaming for quite some time about walking the Jura Crest Trail in its entire length. Some parts of it I had already done in the last years, until in 2019 I had the opportunity to hike the whole way not at a stretch, but in single stages. Thanks to the formidable public transport, each stage end point is easily accessible, so that my plan to hike between one and two days at a time could be realised.

1. Section: Zürich - Dielsdorf

DetailsSectionTotal
Distance:25 km25 km
Ascent:880 m880 m
Descent:950 m950 m
Performance kilometres33.8 km33.8 km

Erweiterung des offiziellen Jura-Höhenwegs, folgt bald...

Extension of the official Jura Crest Trail, comming soon...

2. Section: Dielsdorf - Lägern - Baden - Brugg (12.04.2019)

DetailsSectionTotal
Walking time: 08:15 - 15:157:007:00
Distance:25 km50 km
Ascent:880 m1760 m
Descent:950 m1900 m
Performance kilometres33.8 km67.6 km

Die Anreise zum offiziellen Ausgangspunkt des Jura-Höhenwegs in Dielsdorf erfolgt bequem mit der Eisenbahn. Vor dem Bahnhofsgebäude findet man die üblichen Wegweiser in alle Himmelsrichtungen und natürlich denjenigen mit der grünen '5', der meinen Weg weist. Zusätzlich gibt es auch eine Tafel mit einer Karte des ersten Streckenabschnitts. Bereits hier zeigt sich also, dass man eigentlich keine Landeskarte für diese Wanderung benötigt. Die Markierungen zeigen verlässlich an jeder Weggabelung die Richtung, in die man weiter gehen soll.

The journey to the official starting point of the Jura Crest Trail in Dielsdorf is easy by train. In front of the station building you will find the usual signposts in all directions and of course the one with the green '5' that points my way. In addition, there is also a board with a map of the first section of the route. Already here, one can see that one does not need a national map for this hike. The markings reliably show at each fork the direction in which you should continue.

Hinter Dielsdorf geht es sogleich recht steil bergan, bis man Regensberg erreicht hat. Diese idyllische Ortschaft steht auf einem Fels und überblickt die Umgebung. Durch das Stadttor verlässt man den Ort und steigt gleich wieder recht steil auf die Lägern, die diese Etappe bis Baden prägen wird. Der Weg ist anfangs eine Waldstrasse, wird aber später ab der Hochwacht zu einer Gratwanderung, die man mit stetem Blick auf den Boden begehen sollte. Auf mindestens einer Seite geht es meistens steil bergab, man möchte da nicht hinunter fallen. Wunderschön sind die Waldböden mit viel Bärlauch. Gelegentlich sieht man auch eine Eidechse zwischen den Frühlingsblumen. Und das Gezwitscher der Vögel begleitet mich über weite Strecken - scheinbar intakte Natur.

Behind Dielsdorf it goes immediately quite steeply uphill, until one has reached Regensberg. This idyllic village stands on a rock and overlooks the surroundings. You leave the village through the town gate and climb steeply up the Lägern again, which will dominate this stage until Baden. The path is initially a forest road, but later becomes a ridge walk starting at Hochwacht, which you should walk with a constant view of the ground. On at least one side it is mostly steep downhill, you don't want to fall down there. The forest floors with lots of wild garlic are wonderful. Occasionally, one also sees a lizard between the spring flowers. And the chirping of the birds accompanies me over long distances - seemingly intact nature.

Der Abstieg von der Lägern geht durch intensiv genutzte Waldgebiete, bis man beim Schartenfels aus dem Wald tritt und auf Baden hinunter blicken kann. Hier gibt es schöne Sitzbänke, die ich für mein Mittagessen nutze. Danach geht es hinunter an die Limmat. Hier wird die Etappe häufig unterbrochen, ich gehe danach aber gleich wieder steil über Treppen hinauf zur Burg und weiter bis nach Brugg. Diese fast 70 Höhenmeter Treppenlauf spürt man nach rund 4 Stunden Wanderzeit in den Oberschenkeln. Danach wird es aber gemächlicher, der Weg führt über die Baldegg (hier kann man den Wasserturm besteigen) durch ein schönes Waldgebiet zum Gebenstorfer Horn mit Blick auf das Wasserschloss, wo die Flüsse Aare, Reuss und Limmat zusammenfliessen. Danach ist es mit der Natur fertig, die letzte Stunde führt durch Siedlungsraum, wobei man den Wanderwegplanern zugestehen muss, dass sie viele Umwege einplanten, um dies möglichst zu verschleiern. Ich besteige am Bahnhof den Zug und fahre wieder nach Hause.

The descent from the Lägern goes through intensively used forest areas until one steps out of the forest at the Schartenfels and can look down on Baden. Here there are beautiful benches which I use for lunch. Then I go down to the Limmat. Here the stage is often stopped, but I continue walking steeply up the stairs to the castle and on to Brugg. You can feel this almost 70 meters of altitude difference in your thighs after about 4 hours of hiking. Afterwards it gets more leisurely, the way leads over the Baldegg (here you can climb the water tower) through a beautiful forest area to the Gebenstorfer Horn with view to the Wasserschloss, where the rivers Aare, Reuss and Limmat flow together. Afterwards it is over with nature, the last hour leads through residential area, whereby one must admit to the hiking trail planners that they include many detours in order to conceal this as much as possible. I board the train at the station and return home.

Blick zurück nach Regensberg

View back to Regensberg

Gratwanderung auf der Lägern

Ridge walk on the Lägern

Limmat-Übergang in Baden

Limmat crossing in Baden

Aare in Brugg

Aare in Brugg

3. Section: Brugg - Linn - Staffelegg (18.04.2019)

DetailsSectionTotal
Walking time: 07:05 - 11:154:1011:10
Distance:17 km67 km
Ascent:620 m2380 m
Descent:340 m2240 m
Performance kilometres23.2 km90.8 km

Wiederum reise ich bequem mit dem Zug an den Startort, diesmal nach Brugg, von wo ich bei schönstem Frühlingswetter zu einer der kürzesten Etappen des Jura-Höhenwegs starte. Vom Bahnhof geht es durch die Altstadt und über die Aare, bevor der Bruggerberg bestiegen werden muss. Diese kurze aber steile Höhendifferenz treibt den ersten Schweiss auf die Stirn. Danach geht es locker durch Wälder und Landwirtschafts­gebiete der Gemeinde Bözberg nach Linn. Das kleine Bauerndorf ist weit herum bekannt wegen seiner alten Linde mit einem Stamm­umfang von rund 11 Metern. Jetzt im April sieht sie aber mangels Blätter noch nicht so eindrücklich aus wie später im Jahr. Weiter gäbe es in Linn auch noch den höchsten Wasserfall des Kantons Aargau, der aber etwas abseits des Weges liegt und mit seinen 5.4 Metern Höhe den Vergleich mit anderen Fällen eher scheuen muss.

Again I travel comfortably by train to the starting point, this time to Brugg, from where I start in beautiful spring weather to one of the shortest stages of the Jura Crest Trail. From the train station I walk through the old town and cross the Aare before I have to climb the Bruggerberg. This short but steep ascent leads to the first sweat on the forehead. Then it's a leisurely walk through the forests and agricultural areas of the municipality of Bözberg to Linn. The small farming village is famous far and wide for its old lime tree with a trunk circumference of around 11 metres. But now in April it does not look as impressive as later in the year due to the lack of leaves. In Linn there would also be the highest waterfall in the canton of Aargau, which is a little off the beaten track and with its 5.4 metres height must shy away from comparison with other falls.

Die zweite Hälfte dieser Etappe beginnt erneut mit einem Aufstieg, diesmal auf den Linnerberg. Jetzt geht es bis zum Ziel auf der Staffelegg nur noch durch Wälder und entlang kleiner Waldlichtungen, fern von nennenswerten Ortschaften. Öfters säumen schöne Buchenwälder den Weg. An einigen bereits sehr trockenen Stellen springt fast jeden Meter eine Eidechse auf die Seite. Nach der Überschreitung des Hard verlässt man den Wald und sieht bald die viel befahrene Strasse über die Staffelegg. Dort besteige ich nach kurzer Wartezeit das Postauto und bin nach einer raschen Fahrt wieder zuhause in Aarau.

The second half of this stage starts again with an ascent, this time to the Linnerberg. Now it goes to the finish on the Staffelegg only through forests and along small forest glades, far away from noteworthy villages. Beautiful beech forests often line the path. At some already very dry places almost every meter a lizard jumps on the side. After crossing the Hard one leaves the forest and soon sees the busy road over the Staffelegg. There I get on the post bus after a short wait and after a fast drive I am back home in Aarau.

Altstadt von Brugg mit Aare

Old town of Brugg with the river Aare

Hügellandschaft bei Kilholz

Hilly landscape near Kilholz

Wanderweg auf dem Hard

Hiking trail on the Hard

Staffelegg mit Wasserflue im Hintergrund

Staffelegg with Wasserflue in the background

4. Section: Staffelegg - Wasserfluh - Gisiflue - Hauenstein (02.05.2019)

DetailsSectionTotal
Walking time: 07:20 - 13:356:1517:25
Distance:20 km87 km
Ascent:900 m3280 m
Descent:860 m3100 m
Performance kilometres29.0 km119.8 km

Die wohl kürzeste Anreise aller Etappen führt mich von Aarau mit dem Postauto auf die Staffelegg zurück. Hier starte ich auf Wegen, die ich in den letzten Jahren grösstenteils bereits begangen habe. Trotzdem gibt es immer wieder Überraschungen, die erste kurz nach dem Start mit einem Reh-Paar. Durch die schönsten mir bekannten Wälder mit Buchen, die gerade frische Blätter tragen, geht es zuerst zum Bänkerjoch, danach sehr steil auf die Wasserflue. Den dortigen Aussichtspunkt erreicht man dank einem etwa halbstündigen Umweg. Zum ersten Mal bin ich ganz alleine dort oben und kann sogar kleinere Ausschnitte der Alpen sehen.

The probably shortest journey of all stages leads me from Aarau with the post bus back to the Staffelegg. Here I start on paths that I have mostly already taken in recent years. Nevertheless, there are always surprises, the first one shortly after the start with a pair of deer. Through the most beautiful forests I know with beeches, which just carry fresh leaves, I first go to the Bänkerjoch, then very steeply on the Wasserflue. The vantage point there can be reached thanks to a half hour detour. For the first time I am all alone up there and can even see smaller sections of the Alps.

Weiter geht es auf dem Gratweg bequem zur Salhöhe, wobei man dennoch den Blick wegen der vielen Wurzeln und Steine stets auf deh Boden gerichtet haben muss. Danach folgt ein weiterer Aufstieg, vorbei am höchsten Punkt des Kantons Aargau kurz vor dem Betreten des Solothurner Bodens. Hier wartet die nächste Aussichtskanzel, die Geissflue. Hier geniesse ich bei bester Aussicht mein frühes Mittagessen - bis plötzlich ein Geschnatter immer näher kommt: Die Seniorengruppe einer SAC-Sektion, rund 30 Leute. Das zweite Sandwich werde ich also später essen und beginne mit dem raschen Abstieg, gefolgt von schönen Wegen durch Wälder und entlang der einsamen Bergbauernhöfe.

Continue along the ridge path comfortably to Salhöhe, but you still have to keep your eyes on the ground because of the many roots and stones. Then another ascent follows, past the highest point of Canton Aargau shortly before entering the Solothurn soil. The next lookout point, Geissflue, awaits you here. Here I enjoy my early lunch with the best view - until suddenly a chatter comes closer and closer: the senior group of an SAC section, about 30 people. So I'll eat the second sandwich later and start the fast descent, followed by beautiful paths through forests and along some lonely mountain farms.

Ein biologisches Highlight gibt es meiner Ansicht nach auf der Burgweid in der Nähe von Wisen. Es macht den Anschein, dass die Wiesen hier wie eine Alp genutzt werden, also nur im Sommer. Ungewohnt für mich sind sie durch Hecken abgegrenzt und enthalten in grosser Zahl Hochstammbäume und Sträucher. Das sind ideale Bedingungen für Tiere und Pflanzen aller Grössen, was man gut am Artenreichtum der Insekten und der Farbenpracht der bereits blühenden Blumen erkennen kann. Weiter führt der Weg wechselnd über Weiden und durch Wälder nach Hauenstein, wo es während der letzten fünf Minuten zu nieseln beginnt. Gut also, dass ich hier den Bus für die Heimreise unter Dach erwarten kann. Hier kreuzt sich der Jura-Höhenweg übrigens mit der Via Gottardo, einer anderen Schweizerischen Langstreckenwanderung, die von Basel nach Chiasso führt.

In my opinion there is a biological highlight on the Burgweid near Wisen. It seems that the meadows here are used like an alp, so only in summer. Unusual for me they are delimited by hedges and contain a large number of high stems and shrubs. These are ideal conditions for animals and plants of all sizes, as can be seen from the variety of insects and the colourful flowers that are already in bloom. The trail continues alternately over pastures and through forests to Hauenstein, where it begins to drizzle during the last five minutes of my day. So it's a good thing that I can expect the bus here for the journey home under roof. By the way: Here the Crest Trail crosses Via Gottardo, another Swiss long distance trail that goes from Basel to Chiasso.

Buchenwald zwischen Staffelegg und Bänkerjoch

Beech forest between Staffelegg and Bänkerjoch

Aussicht auf der Wasserflue

View on the Wasserflue

Kantonsgrenze zwischen Aargau und Solothurn

Cantonal border between Aargau and Solothurn

Freistehender Baum auf der Burgweid, der Regen nähert sich

Isolated tree on the Burgweid, rain is approaching

5. Section: Hauenstein - Belchenflue - Roggenflue - Balsthal (15.05.2019)

DetailsSectionTotal
Walking time: 07:55 - 14:256:3023:55
Distance:21 km108 km
Ascent:950 m4230 m
Descent:1150 m4250 m
Performance kilometres30.5 km150.3 km

Von Hauenstein geht es stetig ansteigend entlang des Ifleterberges und über die Challhöchi auf den Belchen. Dort lockt insbesondere die Felskanzel der Belchenflue, von wo man bei gutem Wetter eine weitreichende Fernsicht hat. Heute ist es leider nicht so sichtig, aber immerhin kann ich von hier oben die bereits bestiegenen Hügel und Berge entlang des Jura-Höhenwegs sehen. Und wiederum bin ich weit und breit der einzige Wanderer. Auf der Belchenflue ist das an Sommerwochenenden eine Unmöglichkeit.

From Hauenstein the route climbs steadily along the Ifleterberg and over the Challhöchi to the Belchen. The Belchenflue rock pulpit, from where you have a far-reaching view in good weather, is particularly attractive. Today it is unfortunately not so visible, but at least I can see from up here the already climbed hills and mountains along the Jura Crest Trail. And again I am the only hiker far and wide. On the Belchenflue this is impossible on summer weekends.

Danach geht es mal rauf und dann wieder hinunter, aber insgesamt recht gemütlich über Alpweiden und durch schöne Wälder. Auf den meisten Alpweiden wird die sogenannte Muttertierhaltung betriegen, also eine relativ artgerechte Tierhaltung, wo die Kälber bei den Kühen bleiben können. Das bedeutet für Wanderer, dass sie in der Nähe von Kuhherden langsam gehen sollten, um den Schutzinstinkt der Kühe nicht zu provozieren. Ausserdem muss man Hunde unbedingt an der Leine halten, was hier im Kanton Solothurn im Frühling in und entlang von Wäldern sowieso obligatorisch ist.

Afterwards it goes alternately up and down, but altogether quite comfortably over alpine pastures and through beautiful forests. On most alpine pastures the so-called mother animal keeping is practised, i.e. a relatively species-appropriate animal breeding where the calves can stay with the cows. This means for hikers that they should walk slowly near herds of cows in order not to provoke the protective instinct of the cows. In addition, dogs must be kept on a leash, which is obligatory here in Canton Solothurn in spring in and along forests anyhow.

Nach einem doppelten Espresso im Genussgasthaus Tiefmatt geht es weiter zum sogenannten Roggenschnarz: Rund 60 Höhenmeter über steile Naturtreppen! Das GPS-Log zeigt hier eine Vertikale an, was etwas sagen soll. Man wird aber sogleich mit einer wunderschönen Waldwanderung auf dem fast flachen Rücken des Roggen belohnt, mit der Roggenflue als Abschluss. Von hier sieht man das durch mich "Gemeinheit der Natur" genannte Klus, denn die folgenden 500 Meter Höhenverlust wird man auf der nächsten Etappe gleich wieder erkämpfen müssen. Der Abstieg nach Balsthal ist steil, führt aber teilweise über schöne Wiesen.

After a double espresso in the Genussgasthaus Tiefmatt, I continue to the so-called Roggenschnarz: around 60 metres of altitude difference over steep natural stairs! The GPS log shows a vertical, which should say something. But you are immediately rewarded with a wonderful walk through the forest on the almost flat ridge of the Roggen, with the Roggenflue at the end. From here you can see the Klus, which I call "meanness of nature", because you will have to regain the following 500 meters of altitude loss on the next stage. The descent to Balsthal is steep, but partly over beautiful meadows.

Schöner Baum zwischen Alpweiden auf der Challhöchi

Beautiful tree between alpine pastures on the Challhöchi

Trotz starkem Wind tolle Aussicht von der Belchenflue

Great view from the Belchenflue despite strong winds

Von der Roggenflue sieht die nächsten zu erklimmenden Berge

From the Roggenflue the next mountains to be climbed can be seen

Letzte Möglichkeit zum Ausruhen vor der Ankunft in Balsthal

Last chance to rest before arriving in Balsthal

6. Section: Balsthal - Hällchöpfli - Oberbalmberg - Weissenstein (16.05.2019)

DetailsSectionTotal
Walking time: 08:15 - 14:406:2530:20
Distance:20 km128 km
Ascent:1300 m5530 m
Descent:500 m4750 m
Performance kilometres33.0 km183.3 km

Vom Bahnhof Balsthal geht es vorbei an der Burg Alt Falkenstein zum Klus. Dieser Taleinschnitt war früher ein wichtiger Handelsweg, weshalb sich in dieser Region die Burgruinen nur so sammeln. In der Burg Alt Falkenstein gibt es ein Museum. Dafür bleibt mir aber keine Zeit, ich muss jetzt das Hällchöpfli besteigen. Dafür wandere ich während zweieinhalb Stunden ausschliesslich bergan, grösstenteils im Wald, aber auch über die schönen Weiden der Schwengimatt.

From Balsthal railway station you pass Alt Falkenstein Castle on the way to the Klus. This valley incision used to be an important trade route, which is why there are many castles in this region. There is a museum in Alt Falkenstein Castle. But there is no time for that, I have to climb the Hällchöpfli now. I hike for two and a half hours exclusively uphill, mostly in the forest, but also over the beautiful pastures of the Schwengimatt.

Der Abstieg vom Hällchöpfli ist eher steil, danach folgen landwirtschaftlich genutzte Weiden. Hier sehe ich die erste Gämse dieser Wanderung. Es wird nicht die letzte dieses Tages bleiben. Kurz vor dem Hofbergli nehme ich das Mittagessen ein, heute richtig froh, dass ich eine Wollmütze mitgebracht habe. Die Winde auf den Hochebenen des Jura sind sehr stark und zu dieser Jahreszeit ziemlich kalt. Diese Bedingungen machen das Kleiden insgesamt etwas schwierig, weil man immer entweder schwitzt oder friert.

The descent from Hällchöpfli is rather steep, followed by agricultural pastures. Here I see the first chamois of this hike. It will not be the last one of this day. Shortly before the Hofbergli I have lunch, today really glad that I have brought a wool cap with me. The winds on the Jura plateaus are very strong and quite cold at this time of year. These conditions make dressing a bit difficult because you either sweat or freeze.

Unterhalb des Chamben ist der Weg wegen Felssturz gesperrt und man muss einen gut signalisierten Umweg einschlagen. Bald ist man aber wieder auf dem richtigen Weg und jetzt geht es über Oberbalmberg noch weiter bis nach Weissenstein, wobei der Jura-Höhenweg streng genommen nicht bis zum Kurhaus führt, das übrigens bis ungefähr August 2019 wegen Umbaus geschlossen ist. Ich nehmen hier müde die Gondelbahn und fahre wieder nach Hause.

Below Chamben the path is closed due to rockfall and you have to take a well-signposted detour. But soon you are back on the right track and now you continue via Oberbalmberg to Weissenstein. Strictly speaking, the Jura Crest Trail does not lead to the Kurhaus, which is closed until August 2019 due to reconstruction. Here I take the gondola lift and return home tired.

Weiden auf der Schwengimatt

Pastures on the Schwengimatt

Wanderweg entlang des Abgrundes auf dem Rosschopf

Hiking trail along the abyss on the Rosschopf

Richtung Schmiedematt verläuft der Weg auf einer Strasse

Towards Schmiedematt the path runs on a road

Entlang der Umleitung vor Oberbalmberg

Along the detour close to Oberbalmberg

7. Section: Weissenstein - Grenchenberg - Frinvillier (17.05.2019)

DetailsSectionTotal
Walking time: 08:50 - 16:007:1037:30
Distance:24 km152 km
Ascent:720 m6250 m
Descent:1450 m6200 m
Performance kilometres31.2 km214.5 km

Mit der ersten Gondelbahn erreiche ich wieder Weissenstein und beginne sogleich den raschen Marsch richtung Hasenmatt. Der Weg auf den höchsten Punkt des Kantons Solothurn (1445 m.ü.M.) führt teilweise durch ein Naturschutzgebiet mit Weggebot, was bedeutet, dass es verboten ist, den Weg zu verlassen. Vom Kreuz auf der Hasenmatt geniesse ich sogar die Sicht zu Eiger, Mönch und Jungfrau und im Tal auf die Mäander der Aare.

With the first gondola lift I reach Weissenstein again and immediately start the fast march towards Hasenmatt. The way to the highest point of the canton Solothurn (1445 m.a.s.l.) leads partly through a nature reserve where it is forbidden to leave the path. From the cross on the Hasenmatt I enjoy the view to the Eiger, Mönch and Jungfrau and to the meanders of the Aare river.

Weiter geht es über die Stallflue zur Wandflue, den visuellen Highlight des Tages. Das steil abfallende Felsband ist ähnlich eindrücklich wie der Creux du Van, den ich während der 10. Etappe besuchen werde. Ganz nahe an der Abbruchkante geniesse ich das Mittagessen, bevor es weiter Richtung Westen geht. Heute ist ein langer Tag geplant, also habe ich nicht beliebig Zeit. Ab jetzt geht es aber nur noch abwärts, Kraft brauchen also nur noch die Knie und Oberschenkel.

The tour continues via Stallflue to Wandflue, the visual highlight of the day. The steeply sloping rock band is similarly impressive as the Creux du Van, which I will visit during the 10th stage. Very close to the edge I enjoy lunch before heading west. Today is a long day, so I don't have much time. But from now on it's only downhill, so only the knees and thighs need strength.

Oberhalb von Romont überschreite ich schliesslich die Sprachgrenze. Ab sofort muss ich also nicht mehr "Grüezi", sondern "Bonjour" sagen, wenn ich einem anderen Wanderer begegne. Lustiges Detail: Auf der Kantonsgrenze zwischen Solothurn und Bern steht ein Wanderwegweiser mit der Bezeichnung des Höhenwegs auf deutsch Richtung Osten und französisch Richtung Westen. Vor Plagne geht es noch durch eine Streusiedlung, deren Existenz ich nicht mit geltendem Baurecht in Verbindung bringen kann, danach geht es bis zum Etappenziel in Frinvillier nochmals über grosse Orchideenwiesen und durch Wälder weiter.

Above Romont, I finally cross the language line. From now on I don't have to say "Grüezi" anymore, but "Bonjour" when I meet another hiker. Funny detail: On the cantonal border between Solothurn and Bern there is a hiking signpost with the name of the trail in German to the east and in French to the west. Before reaching Plagne, I pass through a scattered settlement whose existence I cannot associate with building laws. Afterwards, I continue through large orchid meadows and through forests to my destination in Frinvillier.

Planetenweg vom Weissenstein bis auf die Hasenmatt

Planet trail from Weissenstein to Hasenmatt

Alpenpanorama und Aare von der Hasenmatt gesehen

Alpine panorama and the Aare seen from Hasenmatt

Wandflue bei Obergrenchenberg

Wandflue near Obergrenchenberg

Klare Aussage an der Sprachgrenze

Clear statement at the language border

8. Section: Frinvillier - Chasseral - Dombresson (23.05.2019)

DetailsSectionTotal
Walking time: 10:25 - 17:257:0044:30
Distance:20 km172 km
Ascent:1350 m7600 m
Descent:500 m6700 m
Performance kilometres33.5 km248.0 km

Vom Bahnhof Frinvillier geht es kurz entlang der Strasse, dann zweigt der Weg unvermittelt rechts durch eine Felsspalte ab. Hier merkt man sogleich, dass diese Etappe die strengste des ganzen Jura-Höhenwegs ist. Durch einen wunderschönen, südorientierten Buchenwald geht die Wanderung zuerst, mit dem kleinen Problem, dass die Bergflanke hier so steil ansteigt, dass die Buchen nie ihre volle Grösse entfalten können. Dafür habe ich nach einer Stunde trotz schwerem Rucksack bereits 500 Höhenmeter zurückgelegt. Zwar geht es den ganzen Tag fast ausschliesslich nach oben, aber die grösste Anstrengung hat man jetzt bereits hinter sich gebracht.

From Frinvillier railway station, follow the road for a short distance, then the path suddenly branches off to the right through a crevice. Here one immediately notices that this stage is the toughest of the whole Jura Crest Trail. The hike starts through a beautiful, south-facing beech forest, with the small problem that the mountain flank here rises so steeply that the beeches can never develop their full size. Therefore, after one hour I have already covered an altitude difference of 500 metres despite my heavy backpack. The whole day is almost exclusively uphill, but the greatest effort has already been accomplished.

Der weitere Weg führt über Alpweiden. Im Moment hat es aber wegen des langen und strengen Winters noch zuwenig Gras, weshalb die Kühe noch im Tal sind. Mir gefällt das eigentlich auch so. Ich geniesse die wunderschöne Blumenpracht, viele Orchideen, in der Nähe des Chasseral sogar noch Krokusse und Wiesen voller Osterglocken, die aber leider grösstenteils bereits verwelkt sind. Beim Punkt 1288 gibt es einen Parkplatz, weshalb ich hier erstmals eine grössere Anzahl Wanderer antreffe. Ansonsten bin ich aber weiterhin fast alleine unterwegs.

The rest of the route leads over alpine pastures. At the moment there is insufficient grass due to the long and harsh winter, so the cows are still in the valley. I really like it that way and enjoy the beautiful flowers, many orchids, near the Chasseral even crocuses and meadows full of daffodils, but unfortunately most of them have already withered. At point 1288 there is a parking lot, which is why I meet a larger number of hikers here for the first time. Besides that I am still almost alone.

Das grosse Ziel des Tages ist der Chasseral, mit 1606 m.ü.M. zusammen mit dem noch folgenden Chasseron der zweithöchste Gipfel entlang der Route. Nur der Dôle am letzten Tag wird noch etwas höher sein. Der Gipfel wird durch die weithin sichtbare Sendestation überragt. Hier kann man Bieler-, Neuenburger- und Murtensee sehen. Eigentlich auch den ganzen Alpenbogen, aber eben, das mit der Fernsicht ist so eine Sache.

The main destination of the day is the Chasseral, with 1606 m.a.s.l. together with the subsequent Chasseron the second highest peak along the trail. Only the Dôle on the last day will be a little higher. The summit is surmounted by the transmitter station that is visible from afar. Here you can see the lakes of Biel, Neuchâtel and Murten. Actually also the whole alpine arc, but the view from afar is such a thing.

Die Métairie de Dombresson (Restaurant und Matratzenlager) ist ab Mitte Mai bis Ende Oktober an sieben Tagen die Woche geöffnet. Im Preis für die Übernachtung ist ein einfaches Frühstück inbegriffen.

The Métairie de Dombresson (restaurant and dormitory) is open seven days a week from mid-May to the end of October. A simple breakfast is included in the price.

Reservationen unter Telefon +41 - 32 - 751 20 10.

For reservations call +41 - 32 - 751 20 10.

Auf dem Chasseral ist die offizielle Etappe fertig. Ich gehe aber noch ungefähr vierzig Minuten weiter bis zur Métairie de Dombresson. In dieser Alphütte betreiben Chantal und Jeannot ein Restaurant (einfache, aber gute Küche, zum Beispiel Rösti oder Fondue) und es ist auch möglich, im Matratzenlager zu übernachten. Sowohl das Essen wie auch die Übernachtung sind äusserst preiswert, die Gastgeber sehr nett. Ich war in dieser Nacht der einzige Gast, im Sommer hat es aber bestimmt mehr Wanderer, die hier übernachten möchten. Übrigens hatte ich ursprünglich geplant, im Zelt zu übernachten, aber das ist auf dem ganzen Chasseral verboten, weil es sich um ein Naturschutzgebiet handelt.

On the Chasseral the official stage is finished. But I continue for about forty minutes to the Métairie de Dombresson. In this hut Chantal and Jeannot run a restaurant (simple but good cuisine, e.g. Rösti or Fondue) and it is also possible to stay overnight in the dormitory. Both the food and the overnight stay are very reasonable, the hosts very nice. I was the only guest that night, but in summer there are certainly more hikers who would like to stay here. By the way, I had originally planned to stay overnight in a tent, but this is forbidden on the whole Chasseral, because it is a nature reserve.

Steiler Weg kurz nach Frinvillier

Steep trail next to Frinvillier

Gruppe von Orchideen (Männliches Knabenkraut)

Group of orchids (early-purple orchid)

Gipfel des Chasseral mit Neuenburgersee

Summit of the Chasseral with Lake Neuchâtel

Métairie de Dombresson

Métairie de Dombresson

9. Section: Dombresson - Combe Biosse - Mont d' Amin - Vue des Alpes (24.05.2019)

DetailsSectionTotal
Walking time: 08:00 - 12:504:5049:20
Distance:17 km189 km
Ascent:700 m8300 m
Descent:850 m7550 m
Performance kilometres24.0 km272.0 km

Nach dem Morgenessen in der Métairie de Dombresson mache ich mich auf den Weg. Schon nach wenigen Metern unterbreche ich die Wanderung aber wieder, um die Murmeltiere, die sich um die Ausgänge ihrer Höhlen wärmten, zu fotografieren. Ich könnte diesen Tieren stundenlang zuschauen, dafür habe ich aber nicht genügend Zeit. Deshalb geht es dann auch bald weiter, rein die die Schlucht Combe Biosse. Die Schlucht und das Gebiet darum herum ist ein Naturschutzgebiet. Hier gibt es neben den Murmeltieren auch Steinadler und seltener Gämsen oder Luchse.

After breakfast at the Métairie de Dombresson, I set off. But after only a few meters I interrupt the walk again to photograph the marmots who are warming around the entrances to their caves. I could watch these animals for hours, but I don't have enough time. That's why I'll soon be going on to the Combe Biosse gorge. The gorge and the area around it is a nature reserve. There are marmots and golden eagles, chamois and lynxes might be found here as well.

In der Combe Biosse verliert man rasch viele Höhenmeter. Danach muss man diese alle wieder erarbeiten. Es geht jetzt fast die ganze Zeit aufwärts, aber von einer kurzen Ausnahme nach Les Vieux abgesehen nie steil. Dort kreuzt der Jura-Höhenweg zum zweiten Mal eine andere Fernwanderung, diesmal den Trans Swiss Trail, der von Porrentruy nach Mendrisio führt.

In the Combe Biosse one quickly loses many metres in altitude. Afterwards you have to regain them all again. It is now almost all the time uphill, but apart from a short exception after Les Vieux never steep. There the Jura Crest Trail crosses another long-distance trail for the second time, now the Trans Swiss Trail, which leads from Porrentruy to Mendrisio.

Der Rest der Etappe führt über den Mont d'Amin und danach Alpweiden querend und durch Wälder bis zum Pass der Vue des Alpes. Von hier möchte ich wieder nach Hause fahren, das Postauto fährt aber nur am Wochenende. Deshalb frage ich auf dem Parkplatz ein älteres Ehepaar, ob sie mich zum Bahnhof des benachbarten Dorfes Les Hauts-Geneveys mitnehmen können, wozu sie sich glücklicherweise sofort bereit erklären. Alternativ könnte man mit einem Taxi zum Bahnhof von La Chaux de Fonds fahren.

The rest of the stage leads across the Mont d'Amin and then through alpine pastures and forests to the Vue des Alpes pass. From here I want to go home again, but the Postbus only runs on weekends. So I ask an older couple in the parking lot if they can take me to the station of the neighbouring village Les Hauts-Geneveys, which they fortunately agree to do immediately. Alternatively, one could call a taxi to the station of La Chaux de Fonds.

Murmeltiere im Naturschutzgebiet Combe Biosse

Marmots in the Combe Biosse nature reserve

Wanderweg durch die Combe Biosse

Hiking trail through the Combe Biosse

Blick von Les Vieux zurück zum Chasseral

View back from Les Vieux to the Chasseral

Bergstrasse kurz vor Vue des Alpes

Mountain road shortly before Vue des Alpes

10. Section: Vue des Alpes - Tête de Ran - Mont Racine - Tablettes - Noiraigue (07.06.2019)

DetailsSectionTotal
Walking time: 07:45 - 14:557:1056:30
Distance:22 km211 km
Ascent:860 m9160 m
Descent:1400 m8950 m
Performance kilometres30.6 km302.6 km

Für die Anreise benötigte ich an diesem Morgen ab La Chaux de Fonds ein Taxi, weil unter der Woche keine Postautos auf die Vue des Alpes fahren. Vom grossen Parkplatz bestaune ich zuerst das Alpenpanorama, danach beginne ich die Wanderung, zuerst entlang der Sommerrodelbahn, die aber so früh am Morgen noch nicht in Betrieb ist. Also komme ich auch nicht in Versuchung. Zuerst geht es entlang vieler Chalets zum Tête de Ran. Hier hat man bereits die Höhe erreicht, danach geht es wie für diesen Tag typisch dauern etwas rauf und runter, wobei man sich sehr gut auf den Weg konzentrieren muss. Anders als bei den bisherigen Etappen gibt es kaum einen Abschnitt, wo man auf ebenem Untergrund geht, sodass der Blick dauernd auf den Boden gerichtet ist.

For the journey I needed a taxi from La Chaux de Fonds this morning, because during the week there are no buses to Vue des Alpes. From the big parking lot I first admire the alpine panorama, then I start the hike, first along the summer toboggan run, but it is not yet in operation so early in the morning. So I'm not tempted either. First I go along many chalets to the Tête de Ran. Here, one has already reached the altitude, then, as typical for this day, it goes up and down non stop, whereby one has to concentrate very well on the way. In contrast to the previous stages, there is hardly a section where you walk on level ground, so that the focus is always on the ground.

Über den Schiessplatz Les Pradières, eine geschützte Hochebene mit sehr grosser Artenvielfalt, erreicht man den Mont Racine, den nächsten Gipfel dieses Höhenzugs. Ich geniesse nochmals die Aussicht auf das Alpenpanorama und das Nebelmeer über dem Schweizerischen Mittelland, das sich heute nicht aufzulösen scheint. Danach verlässt man für einige Kilometer den alpinen Weg und bewegt sich über Weiden. Trotzdem würde ich auch diesen Abschnitt als schön bezeichnen, denn die Landwirtschaft wird hier nicht intensiv betrieben.

From the shooting range Les Pradières, a protected plateau with a great variety of species, you reach Mont Racine, the next summit of this mountain range. I once again enjoy the view of the Alpine panorama and the sea of fog over the Swiss Midlands, which does not seem to dissolve today. Then you leave the alpine path for a few kilometres and move over pastures. Nevertheless, I would also describe this section as beautiful, as agriculture is not intensively practiced here.

Bei La Tourne Dessous könnte man im Restaurant essen, es ist auch gerade kurz vor zwölf Uhr. Hierhin fährt ausserdem ein Postauto, womit der zweite Teil des Tages auch als Teiletappe machbar wäre. Nach dem Verspeisen des Sandwichs besteige ich in kurzer Zeit die Tablettes, einen Höhenzug, auf dem ich die nächsten Kilometer und den Rest des Tages verbringen werde. Zu Beginn geniesst man auf einer Aussichtskanzel eine tolle Aussicht zum Neuenburgersee und entlang der zu begehenden Krete. Danach verläuft der Weg grösstenteils im Wald, selten kann man den näher kommenden Creux du Van sehen.

At La Tourne Dessous one could eat in the restaurant. It is just before twelve o'clock. There is also a post bus that takes you there, so the second part of the day could also be done as a partial stage. After eating my sandwich I climb the Tabletts in a short time. This is a mountain range on which I will spend the next kilometres and by that the rest of the day. At the beginning, one enjoys a great view to Lake Neuchâtel and along the ridge to be walked. Afterwards the path runs mostly through the forest, rarely can you see the approaching Creux du Van.

Nach dem Sendemasten von La Clusette geht es äusserst steil hinunter nach Noiraigue. Wer zufälligerweise ein Klettersteigset dabei hat und noch über genügend Kraft verfügt, kann hier die Via Ferrata du Tichodrome begehen. Ich steige weiter ab und bin bald in Noiraigue, wo ich gerade noch ein Glacé kaufen kann, bevor der Zug nach Neuenburg einfährt. Im Laden könnte man übrigens Absinth kaufen, die Spirituose aus dem Val de Travers, die lange Zeit aus gesundheitlichen Gründen verboten war, seit 2005 in der Schweiz aber wieder legal produziert und erworben werden kann.

After the transmission tower of La Clusette the descent to Noiraigue is extremely steep. Those who happen to have a via ferrata set with them and still have enough strength can climb the Via Ferrata du Tichodrome here. I descend further and soon reach Noiraigue, where I can just buy some ice cream before the train to Neuchâtel arrives. In the shop you could buy Absinthe, the spirit from the Val de Travers, which was forbidden for a long time for health reasons, but since 2005 it can be legally produced and bought again in Switzerland.

Erster Aufstieg ab der Vue des Alpes Richtung Tête de Ran

First ascent from Vue des Alpes towards Tête de Ran

Schiessplatz und Naturschutzgebiet Les Pradières

Shooting range and nature reserve Les Pradières

Gipfel des Mont Racine, Nebelmeer über dem Mittelland

Summit of Mont Racine, sea of fog over the Mittelland

Sicht entlang der Krete der Tablettes

View along the ridge of the Tablettes

11. Section: Noiraigue - Creux du Van - Les Rochats (20.06.2019)

DetailsSectionTotal
Walking time: 09:00 - 14:005:0061:30
Distance:13 km224 km
Ascent:820 m9980 m
Descent:380 m9330 m
Performance kilometres21.2 km323.8 km

Bereits am Bahnhof von Noiraigue war klar, dass ich an diesem Wandertag mal nicht alleine unterwegs sein würde. Raschen Schrittes machte ich mich deshalb gleich nach der Ankunft auf den Weg, der zuerst ziemlich steil zum berühmten Naturdenkmal Creux du Van führt. Dieses befindet sich in einem Naturschutzgebiet, wo ich erstmals in der Schweiz eine Tafel sah, die ein Drohnenflugverbot aussprach. Hoffentlich macht das bald Schule. Für den Aufstieg deutet der Wegweiser eine Dauer von 2:20 an, nach 1:30 war ich aber bereits oben. Hier kann man also durchaus Zeit gut machen.

Already at the station of Noiraigue it was clear that I would not be alone on this hike. So I took a quick start right after my arrival. The trail first leads quite steeply to the famous natural monument Creux du Van. This is located in a nature reserve, where I saw for the first time in Switzerland a board, which pronounced a drone flight prohibition. Hopefully this will soon be adpted in other places. For the ascent, the signpost indicates a duration of 2:20, but after 1:30 I was already at the top. So you can make time well here.

Der zweite Teil des Aufstiegs verläuft in einer Zickzacklinie von 14 Traversen. In der zweitletzten davon begann es plötzlich sehr intensiv zu regnen. Unter einem Baum schaffte ich es noch, dem Rucksack und mir selber den Regenschutz anzuziehen. Für die Wanderhosen war es bereits zu spät, wenig später wurden sie im Restaurant Le Soliat durch die Regenhosen ersetzt. Hier wartete ich bei einem Tee auf das Ende des Regens. Danach ging ich wieder nach draussen und verbrachte rund drei Stunden mit Fotografieren. Zuerst herrschte dichter Nebel, später wurde dieser weggeblasen und die Sicht auf den Creux du Van für kurze Zeit freigegeben. Die Steinböcke konnte ich leider nur aus der Ferne beobachten. Erstaunlich fand ich, wie viele Menschen sich hier aufhalten, auch wenn keine Ferienzeit und das Wetter miserabel ist.

The second part of the ascent runs in a zigzag line of 14 traverses. In the second last it suddenly started to rain very intensely. Under a tree I managed to put on the rain protection for my backpack and myself. For the hiking trousers it was already too late, a little later they were replaced in the restaurant Le Soliat by the rain trousers. Here I waited with a cup of tea for the end of the rain. Then I went outside again and spent about three hours taking pictures. First there was thick fog, later it was blown away and the view to the Creux du Van was unblocked for a short time. Unfortunately I could only watch the ibexes from a distance. I was astonished how many people were here, even though there was no holiday season and the weather was miserable.

Das Café/Restaurant Les Rochats mit Massenlager ist montags und dienstags geschlossen. Der Preis beinhaltet Halbpension.

The café/restaurant Les Rochats with dormitory is closed on Mondays and Tuesdays. The price includes half board.

Reservationen unter Telefon +41 - 24 - 434 11 61.

For reservations call +41 - 24 - 434 11 61.

Die Zeit am Creux du Van habe ich bei der Marschzeit abgezogen, um sie nicht zu stark zu verfälschen. Kurz nach dem Weitergehen begann es leider bereits wieder intensiv zu regnen, weshalb ich nochmals fast eine Stunde im Trockenen verbrachte und einen Kaffee genoss. Danach musste ich aber wirklich weiter gehen, um das Ziel des Tages, Les Rochats, zu erreichen. Hier verbrachte ich nach der Wanderung durch schöne Blumenwiesen die Nacht als einziger Gast. Geplant war eigentlich eine Übernachtung im Zelt, aber wegen der Wetterprognose hatte ich diesen Plan verworfen.

I deducted the time at the Creux du Van from the walking time so as not to falsify it too much. Shortly after continuing the hike it started to rain intensively again, so I spent another hour in the dry and enjoyed a coffee. But then I really had to proceed to reach the destination of the day, Les Rochats. Here I spent the night as the only guest after a hike through beautiful flower meadows. Actually I had planned to spend the night in a tent, but because of the weather forecast I had abandoned this plan.

Dichter Nebel am Creux du Van

Thick fog at the Creux du Van

Auch der berühmte Selfie-Punkt steckte im Nebel

Also the famous selfie point was in the fog

Nach zwei Stunden waren die Wolken weggeblasen

After two hours, the clouds were blown away

Herberge und Restaurant Les Rochats

Hostel and restaurant Les Rochats

12. Section: Les Rochats - Chasseron - Petites Roches - Ste-Croix (21.06.2019)

DetailsSectionTotal
Walking time: 07:20 - 12:255:0566:35
Distance:19 km243 km
Ascent:780 m10760 m
Descent:880 m10210 m
Performance kilometres26.8 km350.6 km

Am nächsten Morgen hatte ich in Les Rochats gleich mehrere Probleme: Das Frühstück ist erst ab zirka halb neun Uhr verfügbar. Ich wollte aber bereits um sieben Uhr los. Also verzichtete ich auf das Frühstück, was kein Problem für mich war, da ich genug zu Essen bei mir hatte. Eine Reduktion des Preises wurde mir aber nicht gewährt. Besonders unangenehm finde ich, dass das Restaurant nachts geschlossen ist, und zwar so, dass man das Massenlager nur durch den Notausgang verlassen kann. An die Schuhe im Eingangsbereich kommt man nicht ran. Also klopfte ich wie wild an die Balken und Türen, bis nach rund einer Viertelstunde der Besitzer kam und mich die Schuhe holen liess. Wer es also als Option betrachtet, vor dem Frühstück etwas die Natur geniessen zu wollen, der sollte auf keinen Fall hier übernachten.

The next morning I had several problems at Les Rochats: Breakfast is not available until around half past eight. But I wanted to leave at seven o'clock. So I decided not to have breakfast, which was no problem for me, as I had enough food with me. A reduction on the price was not granted. I found it particularly annoying that the restaurant was closed at night in such a way that one can only leave the dormitory through the emergency exit. You can't reach the shoes in the entrance area. So I knocked wildly on the logs and doors until after about a quarter of an hour the owner came and let me get my shoes. So if you consider it an option to enjoy nature before breakfast, you shouldn't spend the night here.

Die Wanderung geht an diesem Tag über viele Weiden, man trifft dauernd Kühe an. Menschen habe ich aber kaum gesehen. Dafür sind die Weiden dank der vielen Blumen sehr farbig. Auch Schmetterlinge sehe ich einige, unter anderem zweimal einen Schwalbenschwanz. Das Hauptziel des Tages ist der Chasseron, der lustigerweise dieselbe Höhe hat wie der fast gleichnamige Chasseral, den ich während der siebten Etappe besucht hatte. Dieser nach Norden senkrecht abfallende Fels bietet theoretisch eine tolle Aussicht auf die gesamten Alpen, wie die Panoramatafel zeigt. Heute ist das aber nicht sichtbar. Dafür geniesse ich im Restaurant rasch einen doppelten Espresso, der wirklich gut schmeckt.

On this day, the hike goes over many pastures again, one constantly encounters cows. But I hardly saw any people. The pastures are very colourful thanks to the many flowers. I also saw some butterflies, including two swallowtails. The main goal of the day is the Chasseron, which has the same height as the similarly named Chasseral, which I had visited during the seventh stage. This rock, which drops vertically to the north, theoretically offers a great view of the entire Alps, as the panorama board shows. But today this is not visible. Instead I quickly enjoy a double espresso in the restaurant that really tastes good.

Der Weg geht nur kurz nach unten, um gleich danach auf die Petites Roches anzusteigen, was aber rasch erledigt ist. Hier sehe ich erneut viele Orchideen, die aber langsam verblüht sind. Auf dem Gipfel geniesse ich noch kurz den Blick zurück zum Chasseron, danach ziehen Wolken auf und die Sicht ist weg. Jetzt muss man noch rund 500 Höhenmeter runter bis ins Feriendorf Ste-Croix, wo ich bereits um die Mittagszeit den Zug nach Yverdon-Les-Bains besteige.

The path only descends briefly and then climbs onto the Petites Roches, which is quickly done. Here I see again many orchids, which have begun to wither. On the summit I enjoy the view back to the Chasseron for a short moment, then clouds appear and the view is gone. Now I have to descend about 500 meters to the holiday village Ste-Croix, where I board the train to Yverdon-Les-Bains at noon.

Bauernhof von Creux de la Pey

Farm house at Creux de la Pey

Felsformationen und Baum kurz vor dem Chasseron

Rock formations and tree shortly before the Chasseron

Auf dem Gipfel des Chasseron

On the summit of Chasseron

Petites Roches bei aufziehendem Nebel

Petites Roches when the fog is rising

13. Section: Ste-Croix - Le Suchet - Vallorbe (27.06.2019)

DetailsSectionTotal
Walking time: 10:20 - 17:207:0073:35
Distance:25 km268 km
Ascent:780 m11540 m
Descent:1050 m11260 m
Performance kilometres32.8 km383.4 km

Das Thema des Tages war wiederum das Wetter, diesmal aber die Tatsache, dass es sich wahrscheinlich um den heissesten Tag des Jahres handeln würde. Die vorhergesagten Temperaturen waren in einigen Regionen Allzeitrekorde. Dennoch machte ich mich auf den Weg. Und es war wirklich krass heiss, mein Flüssigkeitskonsum an diesem Tag war mehr als sechs Liter. Aber ich hatte eine gute Zeit im Kanton Waadt und genoss die teilweise sehr schöne Etappe. Die Anreise über Yverdon-Les-Bains war allerdings nicht ganz ideal wegen der dortigen Wartezeit von fast einer Stunde. So konnte ich erst recht spät starten.

The issue of the day was again the weather, but this time the fact that it would probably be the hottest day of the year. The predicted temperatures were all-time records in some regions. Nevertheless, I set off. And it was really hot. My fluid consumption that day was more than six litres. But I had a good time in the canton of Vaud and enjoyed the stage, some of which was very nice. However, the journey via Yverdon-Les-Bains was not quite ideal because of the waiting time of almost an hour there. So I could start pretty late.

In Ste-Croix geht der Weg bereits im Dorf aufwärts und so geht es danach weiter, bis man nach kurzer Zeit den Mont des Cerfs erreicht hat. Dieses Hochplateau geizt nicht mit wunderschönen Blumenwiesen. Solche Wiesen werden mich den grössten Teil des Tages begleiten, voll von Orchideen und vielen anderen farbenprächtigen Blüten, die fleissig durch Insekten besucht werden. Fast im Sekundentakt werde ich durch Fliegen und andere Tiere angeflogen, die sich aber kaum je absetzen. Vorbei an mehreren Alpwirtschaften geht es Aiguilles des Baumes (bekannte Kletterfelsen) herum nach Grange Neuve, wo ich mir einen Kaffee gönne und die Wasserflaschen wieder fülle.

In Ste-Croix the path already climbs in the village and then continues until you reach Mont des Cerfs after a short time. This high plateau is not shy of beautiful flower meadows. Such meadows will accompany me most of the day, full of orchids and many other colourful flowers, which are busily visited by insects. Almost every second I am approached by flies and other animals, but they hardly ever set down. After several alpine farms I pass Aiguilles des Baumes (well-known rock climbing) and continue to Grange Neuve, where I treat myself to a coffee and refill the water bottles.

Danach geht es zwischen zehntausenden Orchideen aufwärts zum Le Suchet, dem Aussichtspunkt des Tages. Zum Glück erfolgt der Aufstieg im Schatten des Waldes. Hier treffe ich auf eine wenige Meter entfernte Gämse, die aber blitzschnell weg ist. Auf dem Gipfel bewunder ich Schwalbenschwänze und viele andere Schmetterlingsarten. Danach beginnt der Abstieg nach Vallorbe. Hier ist es bedrückend, nach einem kurzen Waldstück oberhalb von Ballaigues in die toten Wiesen der intensiven Landwirtschaft zurückzukehren. Schliesslich finde ich mich ganz unten in der Schlucht der Orbe, wo der Weg teilweise dem Fluss folgt, bevor man Vallorbe erreicht. Der Bahnhof liegt ganz oben im Dorf, wo ich gerade den Bus nach Yverdon-Les-Bains erwische und nach Hause fahre.

Then it continues between tens of thousands of orchids up to Le Suchet, the vantage point of the day. Fortunately, the ascent takes place in the shade of the forest. Here I meet a chamois a few meters away, but it's gone in a blink of an eye. On the summit I admire swallowtails and many other butterfly species. Then the descent to Vallorbe begins. Here it is depressing to return to the dead meadows of intensive agriculture after a short stretch of forest above Ballaigues. Finally, I find myself at the bottom of the Orbe gorge, where the path partly follows the river before reaching Vallorbe. The train station is at the top of the village, where I catch the bus to Yverdon-Les-Bains and drive home.

Aufstieg auf den Mont des Cerfs durch schöne Blumenwiesen

Ascent to the Mont des Cerfs through beautiful flower meadows

Aiguilles des Baumes

Aiguilles des Baumes

Kühe auf dem Gipfel des Le Suchet

Cows on the summit of Le Suchet

Kurz vor Vallorbe entlang der Orbe

A short distance from Vallorbe along the Orbe river

14. Section: Vallorbe - Dent de Vaulion - Col de Mollendruz - Mont Tendre (11.07.2019)

DetailsSectionTotal
Walking time: 09:50 - 17:207:3081:05
Distance:22 km290 km
Ascent:1560 m13100 m
Descent:680 m11940 m
Performance kilometres37.6 km421.0 km

Nach der langen Anfahrt nach Vallorbe geht der Weg kurze Zeit der Orbe entlang, bevor der steile Anstieg auf den Dent de Vaulion beginn. Nach rund zweieinhalb Stunden stehe ich auf dem Gipfel und geniesse das wunderschöne Panorama, dominiert durch den weiss glänzenden Mont Blanc, den höchsten Gipfel der Alpen. Erstmals entlang dem Jura-Höhenweg stehe ich auf einem Gipfel, wo man Sitzbänke und gar Tische antrifft. Mehrere Gruppen von Wanderen essen hier gerade ihr Mittagessen. Der Grund wird mir beim Abstieg sofort klar: Vielleicht fünfhundert Meter entfernt gibt es ein Restaurant (Fondue auf der Terrasse...) mit Parkplatz. Entsprechend sehen die anderen Wanderer frisch und erholt aus.

Meine Etappe geht weiter nach Pétra Félix, was entgegen der Erwartung ein einfacher Parkplatz ist. Hier geht der Jura-Höhenweg nach Le Pont. Für die nächste Etappe muss man wieder hier rauf gehen. Für mich macht dieser Umweg überhaupt keinen Sinn, weil ich die Etappe dort nicht unterbrechen möchte. Also spare ich mir das und gehe direkt weiter zum Col du Mollendruz. Ab hier geht der Weg über mehrere Alpen, wobei man entlang des Weges trotzdem pausenlos wunderschöne Blumen und viele Insekten antrifft. Schliesslich kommt der letzte Anstieg auf den Mont Tendre, wo ich kurz vor dem Gipfel im Restaurant etwas trinke und meinen Wasservorrat wieder füllen möchte. Das wird aber teurer als gedacht, denn hier oben gibt es kein fliessendes Trinkwasser. Deshalb muss ich eine grosse Flasche kaufen, um den Abend und den Weg zum Col du Marchairuz zu überstehen.

Schliesslich auf dem Gipfel angekommen geniesse ich wieder das tolle Panorama, wobei unterdessen einige Wolken aufgezogen sind, sodass die höchsten Gipfel nicht mehr sichtbar sind. Hier oben stelle ich mein neues ultra-light Zelt auf, um darin die Nacht zu verbringen. Erstaunt bin ich, dass kurz vor Sonnenuntergang einige Jogger und Mountain Bike-Fahrer ankommen, um ihr Training zu absolvieren. Schliesslich gibt es nur noch den Wind, die Kuhglocken und mich in meinem eigenen kleinen Heim.

Dent de Vaulion: Genfersee (links) und Lac de Joux (rechts)

Dent de Vaulion: Lake Geneva (left) and Lac de Joux (right)

Türkenbund (Lilium martagon) am Strassenrand

Turk's cap lily (Lilium martagon) at the roadside

Genfersee und Alpen vom Mont Tendre gesehen

Lake Geneva and Alps seen from Mont Tendre

Übernachtung mit besster Sicht auf Alpen und Genfersee

Overnight stay with the best view of the Alps and Lake Geneva

15. Section: Mont Tendre - Col du Marchairuz - St-Cergue (12.07.2019)

DetailsSectionTotal
Walking time: 06:15 - 13:357:2088:25
Distance:25 km315 km
Ascent:610 m13710 m
Descent:1240 m13180 m
Performance kilometres31.1 km452.1 km

Nach einer eher kalten Nacht freue ich mich auf den Sonnenaufgang, der aber leider hinter den Wolken stattfindet. Deshalb breche ich das Zelt rasch ab, esse mein Morgenessen und starte bereits um 6:15 Uhr Richtung Col du Marchairuz, wo mich der Morgenkaffee erwartet. Der Weg dahin beginnt als Einstimmung für diesen Tag mit einem Slalom zwischen Kühen. Kurz vor dem Marchairuz ändert sich das aber schlagartig und ich durchwandere einen wunderschönen Wald, wo sogar Auerhühner leben. Ein entgegenkommender Wanderer erzählt mir, dass er nur fünfzig Meter entfernt einen Auerhahn in den Wald entschwinden sah. Leider ist der weg, also geniesse ich meinen Kaffee (doppelter Espresso für Fr. 2.50!) mit Buttergipfel und fülle die Wasserflaschen für den Rest des Tages. Weitere Gelegenheiten dazu wird es leider nicht mehr geben.

After a rather cold night I am looking forward to the sunrise, which unfortunately takes place behind the clouds. That's why I quickly break down the tent, eat my breakfast and depart at 6:15 a.m. towards Col du Marchairuz, where the morning coffee awaits me. The way there begins as an prelude for this day with a slalom between cows. Shortly before the Marchairuz this changes suddenly and I walk through a beautiful forest, where even capercaillie live. An oncoming hiker tells me that only fifty metres away he saw a capercaillie disappear into the forest. Unfortunately, it's gone, so I enjoy my coffee (double espresso for just Fr. 2.50!) with croissant and fill the water bottles for the rest of the day. Be aware that there won't be any more opportunities to do so.

Auf dem Col du Marchairuz startet die offizielle 15. Etappe bis nach St-Cergue. Ich habe jetzt bereits etwas mehr als zwei Stunden in den Beinen und freue mich auf den Rest dieser Etappe, die weiterhin hauptsächlich durch wunderschöne Wälder und über blumenreiche Weiden führt. Zeitweise frage ich mich, weshalb diese Region kein Nationalpark ist. Wenigstens sind einzelne Bereiche als nationale Wildschutzgebiete ausgezeichnet, wahrscheinlich vor allem zum Schutze der hier lebenden Auerhühner. Eine Informationstafel beim 37 km² grossen Schutzgebiet Le Noirmont erwähnt aber auch Gämsen und den Luchs, der in diesen Wäldern versteckt lebt.

The official 15th stage to St-Cergue starts on the Col du Marchairuz. I already have a little more than two hours in my legs and am looking forward to the rest of this stage, which continues mainly through beautiful forests and flowery pastures. Sometimes I wonder why this region is not a national park. At least some areas are designated as national game reserves, probably mainly for the protection of the capercaillie living here. An information board at the 37 km² Le Noirmont protected area also mentions chamois and the lynx that lives hidden in these forests.

Die letzten Kilometer bis nach St-Cergue gehe ich weiterhin raschen Schrittes über Alpweiden und durch Wälder, vorbei an den Ruinen von Oujon, eines ehemaligen Klosters mitten im Wald. Kurz vor der Rückkehr in die Zivilisation überquert noch ein Reh den Weg vor mir, danach beginnt die geteerte Strasse hinunter an den Zielort. Auf dieser Etappe ist mir besonders aufgefallen, dass man in Gebieten, die kaum einen Aufstieg enthalten, sehr schnell gehen muss, um die Zeiten auf den Wegweisern einhalten zu können. In St-Cergue besteige ich den Zug nach Nyon, wohin ich auf der letzten Etappe zu Fuss gehen werde, und von dort weiter nach Hause.

Die letzten Kilometer bis nach St-Cergue gehe ich weiterhin raschen Schrittes über Alpweiden und durch Wälder, vorbei an den Ruinen von Oujon, eines ehemaligen Klosters mitten im Wald. Kurz vor der Rückkehr in die Zivilisation überquert noch ein Reh den Weg vor mir, danach beginnt die geteerte Strasse hinunter an den Zielort. Auf dieser Etappe ist mir besonders aufgefallen, dass man in Gebieten, die kaum einen Aufstieg enthalten, sehr schnell gehen muss, um die Zeiten auf den Wegweisern einhalten zu können. In St-Cergue besteige ich den Zug nach Nyon, wohin ich auf der letzten Etappe zu Fuss gehen werde, und von dort weiter nach Hause.

Kuhtränke, kurz nach Sonnenaufgang

Cow trough, shortly after sunrise

Col du Marchairuz

Col du Marchairuz

Wandern fast wie im Urwald

Hiking almost like in the jungle

Ruines d'Oujon bei St-Cergue

Ruines d'Oujon near St-Cergue

16. Section: St-Cergue - La Dôle - Nyon

DetailsSectionTotal
Distance:26 km341 km
Ascent:780 m14490 m
Descent:1400 m14580 m
Performance kilometres33.8 km485.9 km

Geplant am 15.08.2019

Scheduled for 15.08.2019

17. Section: Nyon - Coppet - Versoix - Genève

DetailsSectionTotal
Distance:29 km370 km
Ascent:350 m14840 m
Descent:390 m14970 m
Performance kilometres32.5 km518.4 km

Erweiterung des offiziellen Jura-Höhenwegs, geplant am 16.08.2019

Extension of the official Jura Crest Trail, scheduled for 16.08.2019

 

 

Hinweise zu den Etappendetails

Notes on the stage details

Die Details der einzelnen Etappen enthalten folgende Informationen:

The details of the individual stages contain the following information:

  • Marschzeit: Diese Zeiten entsprechen der Start- und Endzeit meiner Wanderung. Darin sind alle Pausen enthalten, wobei ich normalerweise nicht lange pausiere. Dies ist bei den Wegweisern entlang des Weges nicht der Fall, weshalb es zu grösseren Unterschieden kommen kann. Allgemein scheine ich die offiziellen Zeiten im Aufstieg zu unterbieten, geradeaus und im Abstieg benötige ich meistens recht genau die auf den Wegweisern angegebenen Zeiten.
  • Walking time: These times correspond to the start and end times of my hike. They include all breaks, but I don't usually take long breaks. This is not the case with the signposts along the way, which can lead to greater differences. In general I seem to outperform the official times in the ascent, in straight and descent I usually need the times indicated on the signposts.
  • Distanz: Länge der Etappe in Kilometern. Die Angaben entstammen der Homepage von Schweiz Mobil. Bei den Etappen, die ich nicht exakt nach deren Etappierung gewandert bin, habe ich die Distanzen auf der Karte gemessen und entsprechend angepasst.
  • Distance: Length of the stage in kilometres. The information is taken from the homepage of Switzerland Mobility. I measured the distances on the map and adjusted them accordingly for the stages that I did not hike exactly after the staging.
  • Aufstieg: Summe der Höhenmeter, die im Aufstieg überwunden werden müssen. Die Angaben entstammen der Homepage von Schweiz Mobil. Bei den Etappen, die ich nicht exakt nach deren Etappierung gewandert bin, habe ich die Höhendifferenzen auf der Karte geschätzt und entsprechend angepasst.
  • Ascent: Sum of the height meters that have to be overcome in the ascent. The information is taken from the homepage of Switzerland Mobility. I estimated the differences in altitude on the map and adjusted them accordingly for the stages that I did not hike exactly after the staging.
  • Abstieg: Summe der Höhenmeter, die im Abstieg überwunden werden müssen. Die Angaben entstammen der Homepage von Schweiz Mobil. Bei den Etappen, die ich nicht exakt nach deren Etappierung gewandert bin, habe ich die Höhendifferenzen auf der Karte geschätzt und entsprechend angepasst.
  • Descent: Sum of the meters of altitude that have to be overcome in the descent. The information is taken from the homepage of Switzerland Mobility. I estimated the differences in altitude on the map and adjusted them accordingly for the stages that I did not hike exactly after the staging.
  • Leistungskilometer: Wenn man sich in unebenem Gelände bewegt, was beim Wandern typisch ist, so kann man das Tempo, das man im Flachland wandern würde, nicht einhalten. Um dies zu korrigieren, kann man die sogenannten Leistungskilometer berechnen, wobei für jede 100 Höhenmeter im Aufstieg ein Kilometer addiert wird. Anhand dieser Leistungskilometer kann man die zu erwartende Wanderzeit besser abschätzen, sofern man immer ungefähr gleich marschiert. Beispiel: Die Distanz ist 10 Kilometer, man muss aber auf dieser Strecke 500 Höhenmeter ansteigen. Somit ergeben sich 15 Leistungskilometer.
  • Performance kilometres : If you move in uneven terrain, which is typical for hiking, you cannot keep the speed you would hike in flat country. To correct this, you can calculate the so-called performance kilometres, adding one kilometre for every 100 metres of altitude difference in the ascent. On the basis of these performance kilometres, one can better estimate the expected hiking time, as long as one always marches approximately the same way. Example: The distance is 10 kilometres, but you have to climb 500 metres on this route. This results in 15 performance kilometres.

 

Informationen zum Jura-Höhenweg

Information about the Jura Crest Trail

Anreise, Navigation, Verpflegung und Übernachtung

Arrival, navigation, catering and overnight stay

Der öffentliche Verkehr in der Schweiz ist exzellent. Fast jede noch so kleine Ortschaft ist mit Bahn, Bus oder Schiff erreichbar. Und an jeder Haltestelle gibt es Wegweiser mit allen dort abgehenden Wanderwegen. Es kann aber sein, dass gewisse Strecken nur am Wochenende bedient werden. Das trifft entlang des Jura-Höhenwegs zum Beispiel auf die Vue des Alpes zu. Es lohnt sich deshalb, die Fahrpläne im Voraus genau zu lesen. Notfalls kann man natürlich auch ein Taxi zur nächsten Ortschaft bestellen, was aber meistens sehr teuer werden dürfte. Autostoppen ist natürlich auch eine Option, aber mit den üblichen Risiken verbunden.

Public transport in Switzerland is excellent. Almost every small town can be reached by train, bus or boat. And at every stop there are signposts with all the hiking trails leaving from there. It is possible, however, that certain routes are only served on weekends. This is true, for example, of the Vue des Alpes along the Jura Crest Trail. It is therefore worth reading the timetables in advance. If necessary, one can of course also order a taxi to the next village, but this will usually be very expensive. Hitchhiking is of course also an option, but is associated with the usual risks.

In der Schweiz gibt es tausende Kilometer Wanderwege, die lückenlos beschriftet sind. Regelmässig zeigen Wegweiser die Gehzeiten bis zu den wichtigsten Zielorten an. Dazwischen gibt es an jeder nötigen Stelle eine Markierung, damit man sich nicht verlaufen kann. Sich zu verlaufen ist wirklich ein Künststück! Somit wäre es eigentlich problemlos möglich, ohne eine Karte loszulaufen und trotzdem garantiert am richtigen Ort anzukommen. Trotzdem empfehle ich, dass man eine Karte mitnimmt, entweder, um sich ein Bild der Strecke machen zu können, oder auch, um im Notfall den kürzesten Ausweg zu finden. Karten gibt es auf Schweiz Mobil oder von der Schweizerischen Landestopographie (idealerweise im Massstab 1:25'000 oder 1:50'000), auf dem Internet (man beachte, dass es noch immer Lücken in der Verfügbarkeit von Mobilnetzen gibt) oder man druckt sie einfach etappenweise über map.admin.ch aus. Das ist genau, was ich jeweils mache, wenn ich nicht die passende Landeskarte im Büchergestell habe. So ein gedruckter Kartenausschnitt hat gefaltet perfekt Platz in einer Hosentasche und kann schnell erreicht werden.

There are thousands of kilometres of hiking trails in Switzerland, all of which are fully labelled. Signposts regularly show the walking times to the most important destinations. In between there is a mark at every necessary place, so that one cannot get lost. Getting lost is really an achievement! Thus it would actually be possible without problems, to start without a map and to arrive at the correct place anyhow. Nevertheless, I recommend that you take a map with you, either to get an idea of the route or to find the shortest way out in an emergency. Maps are available from Switzerland Mobility or the Swiss National Topography Office (ideally on a scale of 1:25,000 or 1:50,000), on the Internet (note that there are still gaps in the availability of mobile networks) or you can simply print them out by stages via map.admin.ch. That's exactly what I do when I don't have the right map in my bookshelf. Such a printed section map fits perfectly in a trouser pocket and can be reached quickly.

Jura-Höhenweg von Dominik Wunderlin

Jura-Höhenweg by Dominik Wunderlin

AT Verlag
ISBN: 978-3-03902-003-4

Nicht unbedingt nötig, aber informativ und recht preiswert, ist der Wanderführer von Dominik Wunderlin über den Jura-Höhenweg. Er enthält neben allgemeinen Informationen zu den Schweizer Wanderwegen je ein Kapitel für jede Etappe mit kleinem Kartenausschnitt und Höhenprofil. Ergänzt werden diese Kapitel durch Details zu den Ortschaften und Gebieten, die man durchwandert. Der Führer ist meiner Meinung nach nicht besonders gut geschrieben, aber er gibt einen Überblick im kleinen Format.

Not absolutely necessary, but informative and quite inexpensive, is the hiking guide from Dominik Wunderlin on the Jura Crest Trail. In addition to general information on the Swiss hiking trails, it contains a chapter for each stage with a small map and an elevation profile. These chapters are supplemented by details on the villages and areas you will be walking through. In my opinion, the guide is not very well written, but it gives an overview in a small format.

Wenn man mehrere Etappen am Stück gehen möchte, so muss man sich Gedanken zur Verpflegung und Übernachtung machen. Hier hilft insbesondere die Website von Schweiz Mobil, auf deren interaktiven Karten sämtliche Übernachtungsmöglichkeiten vermerkt sind. Ortschaften mit Einkaufsmöglichkeiten gibt es entlang des Höhenwegs nur wenige. Ebenfalls rar sind Brunnen, weshalb ich jeweils möglichst den ganzen Wasserverbrauch mittrage. In der Unterkunft gibt es aber jeweils frisches Wasser vom Hahn (überall in der Schweiz qualitativ besser als abgefüllte Flaschen). Schwieriger ist es, wenn man im Zelt übernachtet. Wobei man hier auch noch weitere Dinge beachten muss: Grundsätzlich ist es in der Schweiz in allen Wäldern erlaubt, im Zelt oder Biwak zu übernachten. Gleichzeitig gilt aber ein Verbot in sämtlichen Naturschutz- und Jagdbanngebieten (Chasseral, Creux du Van, Col du Marchairuz). Eine Übersicht bietet die Seite des Touring Club der Schweiz über wildes Campen. Wiesen sind grundsätzlich in Privatbesitz, ein Gespräch mit einem Bauern kann hier Möglichkeiten bieten.

If you want to walk several stages at a time, you have to think about food and accommodation. The website of Switzerland Mobility, whose interactive map shows all overnight accommodations, is particularly helpful here. There are only a few places with shopping facilities along the Crest Trail. Fountains are also rare, which is why I carry as much water as possible with me. But in the accommodation there is always fresh water from the tap (everywhere in Switzerland the quality is better than bottled water). It is more difficult to stay overnight in a tent. Whereby one must consider here also still further things: Basically, it is allowed in Switzerland in all forests to stay overnight in a tent or bivouac. At the same time, however, there is a ban in all nature conservation and hunting-ban areas (Chasseral, Creux du Van, Col du Marchairuz). An overview can be found on the page of the Touring Club of Switzerland about wild camping. Meadows are in principle privately owned, a conversation with a farmer can offer possibilities here.

Fauna und Flora

Fauna and flora

Der Jura-Höhenweg führt sehr oft durch Wälder, über weite Strecken aber auch durch landwirtschaftlich genutzte Weideflächen. Ich habe sehr viele, teilweise auch grössere Wildtiere gesehen. Von Rehen und Gämsen über Füchse zu Murmeltieren, Eichhörnchen und Mäusen bis zur reichen Avifauna, wo ich mich speziell über die Eichelhäher freute, von denen ich nicht wusste, dass sie so häufig vorkommen. Rotmilane habe ich einzeln oder in Gruppen von bis zu sieben Tieren gesehen, ebenso regelmässig Falken und Mäusebussarde. Die häufigen Singvögel aller möglichen Arten begleiteten mich pausenlos, wobei ich viele Gesänge hören konnte, die mir völlig unbekannt waren. Auch Insekten konnte ich noch sehr häufig beobachten, zu Beginn noch weniger, weil der Schnee erst knapp weg war, aber spätestens ab dem Chasseral gab es auch Situationen, wo mich Fliegen und ähnliche Gesellen verfolgten.

The Jura Crest Trail very often leads through forests, but over long stretches also through farmland. I have seen a lot of wild animals, some of them bigger. From deer and chamois to foxes, marmots, squirrels and mice to rich avifauna, where I was especially happy about the jays, which I didn't know were so common. I have seen red kites individually or in groups of up to seven, as well as regular falcons and buzzards. The frequent songbirds of all possible species accompanied me continuously, and I could hear many songs that were completely unknown to me. I was also able to observe insects very often, less in the beginning because the snow was just gone, but from the Chasseral at the latest there were places where flies and similar companions started annoying me.

Vorherrschend sind die wunderschönen Buchenwälder, insbesondere entlang der diversen Kreten. Diese exponierten Flächen werden häufig sich selber überlassen, weil eine Bewirtschaftung fast unmöglich ist. Zu Beginn des Frühlings findet man bereits viele Pflanzen, oft zum Beispiel Teppiche von Bärlauch. Erstaunt war ich aber auch über die riesige Anzahl Orchideen, die ich angetroffen hatte. Auf den Wiesen und entlang der Wälder blühen überall viele Blumen und bilden schöne Farbkontraste zum ewigen Grün von Gras und Laub.

The beautiful beech forests are predominant, especially along the various ridges. These exposed areas are often left to their own fate because it is almost impossible to cultivate them. At the beginning of spring you can already find many plants, often for example carpets of bear's garlic. But I was also astonished about the huge number of orchids I had found. On the meadows and along the woods many flowers bloom everywhere and form beautiful colour contrasts to the eternal green of grass and leaves.

Die allermeisten Tiere und Pflanzen habe ich wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen, weil ich mich auf den Weg konzentrieren musste. Für einen Naturfreund wie mich ist es aber eine grosse Freude, dass es im Jura noch etwas Natur gibt, die man geniessen kann. Hoffentlich werden wir in Politik und Gesellschaft rasch die Kurve kriegen und die fortlaufende Zerstörung stoppen. Es geht hier nicht um ein paar Insekten, sondern schlicht um die Zukunft der Menschheit und unseres Planeten.

I probably didn't even notice most of the animals and plants because I had to concentrate on the way. But for a nature lover like me it is a great pleasure that there is still some nature to enjoy in the Jura mountain range. Hopefully we will quickly get our act together in politics and society and stop the ongoing destruction. This is not about a few insects, but simply about the future of humanity and our planet.

Kodex

Code

Zum Schluss noch ein Hinweis zu etwas, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Ich habe entlang des Jura-Höhenwegs äusserst selten Abfall gesehen, was mich sehr gefreut hat. Man finden solchen ausschliesslich in der Nähe von Ortschaften und grossen Parkplätzen, also da, wo sich Hündeler und die Spassgesellschaft hin wegen. Man sollte sich immer bewusst sein, dass man sich in der Natur bewegt und durch die Stube der Wildtiere läuft. Kaum jemand dürfte zuhause in der Stube Dosen oder Zigarettenstummel auf den Boden werfen, also bitte auch nicht draussen. Ebenso sollte man nichts mitnehmen, das Pflücken von Pflanzen ist bei vielen Spezies verboten. Also am besten nach dem Motto "nichts ausser Fussspuren hinterlassen, nichts ausser Erinnerungen mitnehmen" wandern, dann bleiben diese schönen Orte noch lange so wie sie sind und auch unsere Nachfahren werden sie noch geniessen können.

Finally, a note on something that should be taken for granted: Along the Jura Crest Trail I have rarely seen waste, which made me very happy. You can only find trash in the vicinity of towns and large car parks, i.e. where dogs walkers and the fun community go. One should always be aware that one moves in nature and walks through the parlour of wild animals. Hardly anyone would throw cans or cigarette butts on the floor at home, so please also not outdoors. You should also not take anything with you, picking plants is forbidden for many species. So it is best to walk according to the motto "leave nothing but footprints, take nothing but memories with you", and these beautiful places will stay as they are for a long time and our children will still be able to enjoy them.

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