Rhine Cycle Path

Rhein-Radweg

Rhine Cycle Path

1. Section: Zürich (CH) - Basel (CH) (19.07.2005)

Der erste Tag des "Abenteuers" war nicht nur wettermässig recht unsicher: Neben dem wolkenbehangenen Himmel lagen da mehr als 1000km vor mir, die ich mit dem Fahrrad bewältigen wollte. Mit all dem Gepäck war dieses Gefährt doch ziemlich schwer. Und das Ziel der ersten Etappe - Basel - war auch nicht gerade um die Ecke. Dazu kam noch, dass der Weg von Zürich nach Basel nicht so eben ist wie es die restlichen Etappen sein werden. Aber wer nichts wagt, der gewinnt nichts...

Die Idee hatte ich schon mehr als ein Jahr mit mir herumgetragen: Einmal mit dem Velo (wie wir das Fahrrad in der Schweiz nennen) von zuhause ans Meer fahren. Ganz einfach sagen: «Ich radle mal rasch ans Meer». Für einen Bewohner eines Binnenlandes zumindest hört sich das ziemlich abenteuerlich an.

Als Route hatte ich zunächst den Weg nach Baden gewählt. Die Limmat, die bei mir fast direkt vor dem Haus durchfliesst, mündet kurz nach dieser Stadt in die Aare. Durch das Limmattal führen einige ausgeschilderte Velowege. Bereits in der Region Wettingen erreicht man die nationale Radwander-Route 5, die von Kloten kommend Baden durchquert. Der Aare folgend geht die nationale Radwander-Route 8 nach Waldshut an den Rhein. Auf diesem Stück begegnet man dem Paul Scherrer Institut (PSI) mit seinem Beschleunigerring, dicht gefolgt vom den Kernkraftwerken in Beznau.

Ab Waldshut geht es dann entlang dem Rhein auf mehr oder weniger verlassen Strässchen und teilweise auch auf Kieswegen auf der nationalen Veloroute 2 bis nach Rheinfelden und schliesslich auch ins Zentrum von Basel. In regelmässigen Abständen sind die noch zu bewältigenden Distanzen angeschrieben. Glück hatte ich in Laufenburg: Hier hatte ich eine Pause geplant, und als ich am Bahnhof ankam, da begann es gerade zu regnen. Kurzentschlossen setzte ich mich auf die Bank unter dem Vordach des Bahnhof, wo ich auch noch einen anderen Radfahrer antraf.

Nach dem Regen nahm ich die Fahrt wieder auf. Leider gab es jetzt auch immer mehr Gegenwind, denn ich bewegte micht gegen Westen. Aber bis auf einen kurzen Regenfall von zwei / drei Minuten blieb es dann wenigstens trocken. In Rheinfelden gab es sogar Sonne. Dieser Ort war für mich eine der grossen Entdeckungen dieser Etappe: Die Altstadt ist traumhaft! Ich wollte aber nicht lange verweilen, denn schliesslich hatte ich noch einige Kilometer vor mir bis Basel und in der Jugendherberge hatte ich kein Bett reserviert.

Die letzten Kilometer durch die Vororte von Basel und auch durch die Stadt selber wurden ziemlich mühsam. Wenn man sich in einer Stadt nicht auskennt und die Karte nicht sonderlich detailreich ist, so ist es schon schwierig abzuschätzen, in welche Richtung man fahren muss. Es gab zwar immer wieder Schilder, die in die City wiesen, doch schienen die sich regelmässig zu widersprechen. Deshalb kam ich erst gegen sechs Uhr zur Jugendherberge in der Altstadt Basels und konnte mir gerade noch ein Bett schnappen.

Etappendaten

Fahrstrecke125.36km
Fahrzeit6:45:04
Durchschnittsgeschwindigkeit18.82km/h
Maximalgeschwindigkeit49.2km/h

Tourendaten

Fahrstrecke125.36km
Fahrzeit6:45:04

 

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Baden

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Zusammenfluss von Limmat und Aare

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Rheinfelden

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Rathaus in Basel

2. Section: Basel (CH) - Boofzheim (F) (20.07.2005)

Bei der Abfahrt in Basel hatte ich noch keine Ahnung, was das Etappenziel sein würde. Bereits zuhause hatte ich mir das Radtourenbuch Rhein-Radweg, Teil 1 von Basel nach Mainz gekauft und mich anhand der Beschreibungen entschieden, den Rhein auf der französischen Seite anzugehen. Nach dem exzellenten Kartenmaterial zu urteilen folgt der Radweg in Frankreich zwar selten dem Rhein (manchmal entfernt man sich mehr als zehn Kilometer vom Fluss), doch ist er durchgehend asphaltiert. Ganz anders sieht es auf der deutschen Seite aus: Alles Kiesweg. Die rund zehn Kilometer Kiesweg der Etappe am Vortag hatten mir gezeigt, dass ich mir das auf keinen Fall antun möchte. Später habe ich von anderen Radfahrern, die ich unterwegs getroffen habe, erfahren, dass diese Entscheidung sicher richtig war, denn zusätzlich sei auf der deutschen Seite auch die Signalisation mangelhaft. Doch dazu später noch mehr...

Von der Jugendherberge in Basel führt der Weg zuerst quer durch die Altstadt. Der Marktplatz direkt beim Rathaus ist dabei nur eines der architektonischen Highlights. Das ändert sich aber schnell: Beim schweizerisch-französischen Zoll an der Hüningerstrasse wird man zwar nicht kontrolliert, doch fährt man mitten durch die Anlagen der Basler Gross-Chemie. Alle Firmennamen sind wohlbekannt, die Luft riecht sicherlich nicht nach Blumen.

Das ist aber schnell vorbei, denn in Huningue zweigt der Radweg von der grossen Strasse ab und folgt dem Canal de Huningue. Eines ist sofort klar: Wenn die ganze Strecke so schön ist, wie hier, dann wird dieses "Abenteuer" ein grosser Genuss werden. Dem Kanal folgt man bis nach Niffer, wo er bei einer Schleuse von Le Corbusier einerseits in den Rhein fliesst, andererseits als Canal du Rhône au Rhin (Rhein-Rhône-Kanal) durch den Hardt-Wald fliesst. Diesem Kanal folgt man, später geht es direkt in den Wald, wo man höchstens noch Hasen trifft. Nach der Durchquerung dieses riesigen elsässischen Waldes gönne ich mir in Blodelsheim eine Pause und ein Mittagessen aus den Packtaschen. Ab hier folgt der Radweg grösseren Strassen bis nach Neuf-Brisach, wo die erste Etappe des Radtourenbuchs endet.

Am Nachmittag fahre ich weiter nach Norden, teilweise entlang der offiziellen Radroute, teilweise nehme ich kleinere Abkürzungen, denn wenn man schon auf Strassen fahren muss, dann muss ich nicht noch einen Umweg machen. Bereits am Morgen hatte ich auf den Karten nach Zeltplätzen in dieser Gegend gesucht und mir ein paar Kandidaten gemerkt. Viele gibt es nicht, doch scheine ich mit dem in Boofzheim Glück zu haben. Direkt vor dem grossen Zeltplatz hat es ein Einkaufzentrum, wo ich mich mit Esswaren für den Abend und die nächsten zwei Tage eindecken kann. Ich kaufe mir auch mehr Getränke, denn unterwegs habe ich merken müssen, dass es in Frankreich schwieriger ist als in der Schweiz, zu Trinkwasser zu kommen.

Den Abend verbringe ich auf dem Zeltplatz mit einer Pizza, einem Halbliter Muscat und ein paar Sudokus. Das ist die ehrlich verdiente Entspannung! In der Nacht ändert dann leider das Wetter und das Zelt wir (aussen) total nass. Eines ist jetzt klar: Auch die nächste Nacht muss ich wieder im Zelt nächtigen, denn ich muss aufstellen können, damit es trocknen kann.

Etappendaten

Fahrstrecke122.31km
Fahrzeit5:50:32
Durchschnittsgeschwindigkeit21.20km/h
Maximalgeschwindigkeit43.0km/h

Tourendaten

Fahrstrecke247.67km
Fahrzeit12:35:36

 

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Schleuse von Le Corbusier

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Typische Bauweise im Elsass

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Zeltplatz in Boofzheim

3. Section: Boofzheim (F) - Munchhausen (F) (21.07.2005)

Gleich bei Boofzheim wird der Radweg wieder traumhaft: Sicherlich 40km weit geht es entlang des jetzt schon bekannten Canal du Rhône au Rhin. Die Qualität der Wege ist exzellent, die Beschilderung ebenso, obwohl man sie eigentlich gar nicht braucht, denn man folgt ja immer dem Kanal.

Das erste Ziel des Tages ist Strassbourg. Erstaunlich ist nicht nur, dass der Radweg entlang des Kanals bis ins Stadtzentrum führt, nein, in Strassbourg gibt es ein unglaubliches Velonetz. Nicht nur sind alle Wege durch die Innenstadt, denen ich gefolgt bin, exakt signalisiert, sie sind auch noch von der Strasse abgetrennt. So macht das Radfahren nicht nur den Radtouristen Spass, sondern auch den Einheimischen. Entsprechend viele Velofahrer gibt es hier. Wenn ich mir vorstelle, was für andere Sportarten man hier auch noch gut praktizieren kann, so kann Strassbourg schon fast mit Zürich konkurrieren. Inline-Skating geht auf dem Radweg entlang dem Kanal ebenso gut wie Kayaken auf dem Kanal selber. Wer gerne joggt findet am Kanal ebenfalls ein Paradies.

Wer sich hingegen mehr für Kultur interessiert, den wird das Stadtzentrum faszinieren. Hier gibt es neben dem riesigen Dom eine grosse Anzahl Häuser, die ans späte Mittelalter erinnern und wohl auch so alt sind. Die Riegel-Bauweise ist für diese Region typisch, wie man auch in all den kleinen Dörfern sehen kann, durch die der Rhein-Radweg führt.

Die Etappe von Strassbourg nach Karlsruhe führt erstmals nahe am Rhein entlang. Zuerst sieht man ihn noch nicht direkt, denn es geht durch den Wald Bois de la Robertsau, an dessen Anfang das Château de Pourtalès Robertsau steht. Den Rastplatz beim Schloss habe ich dafür genutzt, den ersten (und glücklicherweise auch einzigen) Platten zu flicken :-(

Den Rest des Tages verbringt man direkt hinter dem Rheindamm. Den Rhein selber sieht man nur, wenn man zwischendurch mal auf den Damm rauf fährt. Dieses Stück ist aber nichtsdestotrotz traumhaft. Eine asphaltierte Strasse, wo mindestens drei Autos nebeneinander Platz finden würden, hat man als Radfahrer fast ausschliesslich für sich alleine. Andere Radkollegen kommen öfters entgegen als Einheimische in ihren Autos, die diese Strecke als Abkürzung für irgendwelche Fahrten nutzen. Schliesslich ist hier offiziell Fahrverbot, mit Ausnahme der Radfahrer natürlich. Ich nehme an, dass diese Strasse für den Unterhalt des Dammes geschaffen wurde, aber wahrscheinlich ist sie auch dafür einiges überdimensioniert. Der gute Belag und der leichte Rückenwind ermöglichen hier problemlos Geschwindigkeiten knapp unter 30km/h, was sicher mit ein Grund dafür ist, dass ich heute bereits recht früh das Tagesziel erreicht haben werde.

Ursprünglich hatte ich beim Betrachten der Karte geplant, auf dem Zeltplatz von Seltz zu nächtigen. Als ich aber die dichte Anreihung von Wohnwagen und Zelten auf einer baumlosen Wiese sah, gab es nur eines: Auf der Karte den nächsten Zeltplatz suchen. Der ist bereits 4km weiter in Munchhausen. Hier ist das WC-Papier vorhanden, doch muss man für die Dusche bezahlen. Ich habe also nicht herausgefunden, was es bedeutet, wenn ein Zeltplatz zur Kategorie 2 gehört, doch bisher war ich sehr zufrieden.

Etappendaten

Fahrstrecke113.76km
Fahrzeit5:36:41
Durchschnittsgeschwindigkeit20.59km/h
Maximalgeschwindigkeit35.8km/h

Tourendaten

Fahrstrecke361.43km
Fahrzeit18:12:17

 

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Canal du Rhône au Rhin (Rhein-Rhône-Kanal)

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Kurz vor Strassbourg

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Strassbourg

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Château de Pourtalès Robertsau

4. Section: Munchhausen (F) - Worms (D) (22.07.2005)

Die heutige Etappe startet vom Zeltplatz von Munchhausen. Der Fahrradweg beginnt gleich vor den Toren des Zeltplatzes. Leider scheint das Wetter nicht mehr so ganz mitzuspielen. Vorerst ist es zwar noch trocken, doch wird es im Verlaufe des Tages sicherlich noch regnen kommen. Also früh los und die Pedalen unter die Füsse klemmen. Bereits nach 12 Kilomtern verlasse ich Frankreich und fahre, eigentlich ohne es zu merken, nach Deutschland. Wahrscheinlich bildet der kleine Bach mitten im Wald die Grenze, aber ein Anzeichen dafür gibt es nicht wirklich.

Die Fahrt geht flüssig weiter, vorbei an Kraftwerken und am auf der anderen Seite des Rheins liegenden Karlsruhe. Einen ersten kurzen Halt lege ich in Germersheim ein, wo man eine alte Festungsanlage besichtigen kann. Ich habe den Halt auch genutzt, um mir beim lokalen Mechaniker einen Ersatzschlauch zu kaufen.

Gefreut habe ich mich aber vor allem auf zwei andere Orte: Das am frühen Nachmittag folgende Speyer und das Tagesziel - Worms. In Speyer hatte ich ein wenig Probleme, den Weg ab der "Kleinen Speyerer Basis" in die Altstadt hinein zu finden. Den Dom konnte ich zwar schon von weitem sehen, doch hat mir die L722 irgendwie den Zugang verwehrt. Schliesslich hatte ich aber, der Grobrichtung folgend, durch enge Gassen die Maximilianstrasse gefunden. Diese führt direkt auf den Dom zu Speyer zu. Sämtliche Häuser entlang dieser Strasse sind historisch, kurz vor dem Dom hat es auch noch ein schönes Stadttor.

Wie man sich vorstellen kann, ist ein so schöner Ort weitherum bekannt und in der Ferienzeit fahren viele Touristenbusse hierher. Es hatte wirklich viele Leute rund um den Dom herum und auch entlang der Maximilianstrasse, doch konnte ich mir im Domgarten eine Bank ergattern, auf der ich mein Sandwich geniessen konnte. Schliesslich musste ich mich stärken für die restliche Etappe bis nach Worms.

Die folgenden Stunden wurden zu einer ziemlichen Tortur. Bald näherte ich mich der einzigen Grossstadt entlang der Strecke: Ludwigshafen. Bis Rheingönheim ist der Weg noch ein einziger Genuss, danach ist es aber von einer Sekunde auf die andere damit vorbei. Markierungen für Fahrradwege gibt es keine, weil Fahrräder schlicht nicht willkommen sind. Es herrscht das deutsche Autofahren. Die Strassen sind mehrspurig, Einbahnen verhindern ein direktes Vorwärtskommen und es stinkt überall. Irgendwie habe ich es schliesslich geschafft, den Weg zum Bahnhof zu finden. Von dort folgt man dann einfach entlang der L523. Kein wirklicher Spass!

Was mich auf dieser Strecke wirklich erstaunt hat, ist BASF. Hatte ich doch bereits am zweiten Tag in Basel die heimische Grossindustrie durchquert, so war ich doch von den immensen Ausmassen des hiesigen Konzerns überwältigt. Ich weiss nicht mehr, wie lange es gedauert hat, bis ich keine Gebäude mit diesem Firmennamen mehr auf der rechten Seite sah, aber es waren viele Kilometer.

Neben der Durchquerung von Ludwigshafen gab es aber noch zwei weitere Gründe, weshalb die Strecke zur Tortur wurde: In der Region von BASF hat es zu regnen begonnen (Motivation auf der Höhe der Pedale) und dann schmerzten auch meine Knie immer mehr. Ich hatte sie bereits an den vorangehenden Tagen gegen Abend jeweils ein wenig gespürt, aber heute wurde es wirklich schlimm. Entsprechend konnte ich den Weg bis nach Worms nicht mehr wirklch geniessen und war ganz froh, dass ich im Naturfreundehaus gleich bei der Nibellungen-Brücke sofort einen Platz fand. Ich kriegte sogar ein ganzes Zimmer für mich alleine, denn wir waren insgesamt nur zwei Fahrradfahrer, die dort übernachten wollten.

Nachdem es aufgehört hatte zu regnen, sass ich nochmals kurz auf das Fahrrad, um in der Stadt etwas essen zu gehen. Dabei machte ich aber den "Fehler", mir vor dem Nachtessen in einem Strassencafé noch ein Eis zu gönnen. Leider weiss ich nicht mehr, wie es hiess, aber auf deren Dessertkarte hatte es mehrere hundert verschiedene Variationen von Coupes. Wer es nicht glaubt, der soll dahin gehen, das Lokal suchen und mir dann den Namen mailen. Auf jeden Fall hatte ich nach dem Eis überhaupt keinen Hunger mehr und ging nach einer kurzen Besichtigung der schönen Altstadt zurück zum Nachtquartier.

Leider nützte aber auch der gute Schlaf nichts gegen meine Knieschmerzen. Ich hatte mich mit meinen Etappen einfach übernommen. Jeden Tag 115km ist einfach zuviel, wenn man noch das ganze Gepäck transportieren muss. Es gab also nur noch eine Möglichkeit: Morgen nach Mainz fahren und dort die Fahrt abbrechen. Das tat mir auch im Kopf weh, denn das Ziel war ja, von zuhause ans Meer zu fahren.

Etappendaten

Fahrstrecke136.78km
Fahrzeit6:57:56
Durchschnittsgeschwindigkeit19.92km/h
Maximalgeschwindigkeit38.5km/h

Tourendaten

Fahrstrecke498.21km
Fahrzeit25:10:13

 

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Kurz vor der deutsch-französischen Grenze direkt am Rhein

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Germersheim

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Altstadt von Speyer

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5. Section: Worms (D) - Mainz (D) (23.07.2005)

Nachdem also der Entschluss gefasst war, der Gesundheit zuliebe die Reise abzubrechen, galt es noch, die letzten 60km bis nach Mainz zu bewältigen. Die Schmerzen im Knie wurden sicher nicht besser, dafür wusste ich, dass es bald zu Ende sein würde. Das Ziel war, bis zum Mittag in Mainz zu sein und dort einen Zug zurück in die Schweiz zu nehmen.

Von Worms führt der Radweg zuerst direkt am Rhein entlang, teilweise leider nicht durchgehend asphaltiert. Richtig schlimm wird es aber erst ab dem Eicher See, wo der Weg bis zum Flugplatz von Oppenheim nicht mehr asphaltiert ist. Hier sollte man sich wirklich überlegen, den parallel verlaufenden Rheinterrassen-Radweg zu nutzen. Der führt von Worms ebenfalls nach Oppenheim und ist, nach der Karte zu urteilen, durchgehend geteert.

Kurz vor Mainz ist das aber alles wieder vergessen. Ab Oppenheim führt der Rhein-Radweg direkt durch die Weinberge. Es kam auch endlich mal wieder die Sonne heraus und enthüllte die schönsten Farben. Bis zum Gutenberg-Museum in Mainz ist der Weg auch gut ausgeschildert, verfahren kann man sich nur schwierig. Beim Museum hat es direkt beim Rheinufer einen Wegweiser zu Bahnhof. Leider führt dieser Wegweiser bereits an der nächsten Kreuzung nicht mehr weiter. Wenn man sich aber die Grobrichtung merkt, so kommt man irgendwann doch zu den Gleisen, und da kann der Bahnhof nicht mehr weit sein.

Beim Ticketkauf präsentierte sich schliesslich noch das letzte Abenteuer: Nichtwissend, dass man auf internationalen Zügen für ein Fahrrad eine Reservation braucht, dachte ich, dass ich jetzt dann gleich in den Schnellzug einsteigen und frühestens in Basel umsteigen würde, besser noch in Zürich. Weit gefehlt: Für mindestens die nächsten zwei Tage waren alle Züge ausgebucht. Die einzige Möglichkeit, die mir blieb, war eine Durchquerung von ganz Baden-Würtemberg mit dem Regionalzug: Mainz - Ludwigshafen - Karlsruhe - Singen - Schaffhausen - Zürich. Fünfmal umsteigen, statt 3.5h mehr als derer acht! Aber wenigstens konnte ich so am späteren Abend noch zuhause sein.

Etappendaten

Fahrstrecke59.66km
Fahrzeit3:12:56
Durchschnittsgeschwindigkeit18.83km/h
Maximalgeschwindigkeit33.7km/h

Tourendaten

Fahrstrecke557.87km
Fahrzeit28:23:09

 

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Reformations-Denkmal in Worms

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Morgenstimmung über dem Rhein

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Einmal mehr der Rhein, vor den Weinbergen von Nierstein

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Radweg durch die Weinberge zwischen Nierstein und Nackenheim

 

Ausrüstung

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Bepacktes Fahrrad vor der Abfahrt

  • Mein Touren-Fahrrad Cabonga RX von VILLIGER habe ich im Veloatelier in Zürich gekauft. Leider ist das Modell nicht mehr lieferbar.
  • Die Gepäcktaschen und weitere Ausrüstungsgegenstände wie zum Beispiel die Karten sind vom VELOPLUS in Wetzikon.

 

Kartenmaterial

Velokarte der Schweiz (Massstab 1:301'000)
Rhein-Radweg
Teil 1: Andermatt - Basel (Massstab 1:75'000)
Rhein-Radweg
Teil 2: Basel - Mainz (Massstab 1:75'000)