Küste Oregons

Oregon Coast

Mittwoch, 09.05.2007

Den ersten Kontakt zur Küste Oregons hatten wir noch in Washington. Bei Ilwaco besuchten wir das Cape Disapointment. Dort kann man neben den beiden Leuchttürmen Cape Disapointment und North Head Lighthouse auch noch das sehr interessante Lewis and Clark Interpretive Center besuchen. Dort erfährt man als Europäer typischerweise zum ersten Mal davon, dass diese beiden Männer die erste Expedition über den Kontinenten leiteten. In der näheren Umgebung des Columbia River findet man eine grosse Anzahl weiterer Museen zu diesem Thema, aber dasjenige auf Cape Disapointment dürfte eines der besten sein. Von seiner Terrasse aus kann man über den riesigen Columbia River hinweg nach Oregon schauen.

Bereits vor unserer Reise hatten wir viele Bilder von der Küste Oregons gesehen. Entsprechend hoch waren unsere Erwartungen gesetzt. Bereits hier soll gesagt werden: Diese Küste gehört sicher zu den schönsten Orten auf der Welt und man kann hier fast beliebig viel Zeit verbringen. Es gibt eine riesige Anzahl Stateparks, die Landschaft ändert sich alle paar Kilometer dramatisch. Man kann die Natur geniessen und sich oft gleichzeitig auch noch mit der Geschichte der ersten weissen Einwanderer oder der Indianer auseinandersetzen.

Achtung: Wir hatten keine Probleme, wunderschöne Zeltplätze zu finden. Es wurde uns aber mehrfach gesagt, dass zwischen Memorial Day (Ende Mai) und Labor Day (Anfang September) sämtliche Zeltplätze in Stateparks mit Duschen und fliessend Wasser durchgehend ausgebucht sind. Für im Sommer reisende Personen dürfte sich die Suche nach einer angenehmen Unterkunft also ziemlich schwierig gestalten, ganz zu schweigen, dass es eine ungeheure Menschenmeute an der Küste geben muss.

Nach der Überquerung der Astoria-Megler Bridge über den Columbia River von Fort Columbia nach Astoria befindet man sich in Oregon. Die Länge dieser 1966 gebauten Brücke ist unglaublich: 4.1 Meilen, also rund 6.6 Kilometer.

Wednesday, 09.05.2007
Cape Disapointment Lighthouse, Ilwaco Washington, USA

Our first contact with the coast of Oregon was in Washington. We visited Cape Disapointment near Ilwaco. Besides the tho lighthouses Cape Disapointment and North Head, you can also visit the very interesting Lewis and Clark Interpretive Center. For most Europeans this might be the first place they hear about those two men who lead the first expedition across the continent. In the environs of Columbia River there are many other museums about that topic, but the one on Cape Disapointment is probably the best of all of them. From the terrasse you can enjoy the view across Columbia River towards Oregon.

Before we went to the Oregon Coast we had seen many pictures from that region. Considering that, our expectations were quite high. Let it be said: This coast definitely is one of the most beautiful places on Earth. You can spend here as much time as you like. There is a huge number of State Parks, one adjacent to the other. The landscape changes every few miles in a dramatic way. You can enjoy the nature and, at the same time, learn about the history of the first white seddlers and Native Americans.

Attention: We had no problem finding excellent campsites. But we were told that all campsites in State Parks providing flowing water and showers are booked a long time in advance for the time between Memorial Day (end of May) and Labor Day (beginning of September). So if you are travelling in summer you might encounter difficulties in finding a nice place to rest. Not to mention the masses of people enjoying their time along the coast.

Oregon is reached by crossing the Astoria-Megler bridge across Columbia River between Fort Columbia and Astoria. The bridge was built in 1966 and has a length of incredible 4.1 miles, which is about 6.6 kilometers.

Donnerstag, 10.05.2007

Astoria bis Cape Lookout

Die erste Nacht verbrachten wir im KOA in Warrenton bei Astoria (Astoria Seaside KOA). Dies ist ein luxuriöser KOA mit Schwimmbad und allem anderen, was man sich so wünschen kann nach drei Nächten im Nationalpark, wo die Campingplätze keine Duschen haben. Aber wir hatten ja wenigstens das Thermalbad von Sol Duc.

Ecola State Park

Den nächsten Morgen verbrachten wir im Fort Stevens State Park. Dies ist ein militärischer Park, in dem man alte Befestigungsanlagen besichtigen kann. Die Art und Weise, wie dieses doch wichtige Thema der amerikanischen Geschichte voller Stolz präsentiert wird, macht den Besuch recht speziall, man lernt aber diese Art des amerikanischen Denkens genauer kennen. Einige Details, die man hier lernen kann, sind dann aber doch sehr interessant und helfen, ein ganzheitliches Bild über diese Region und das Denken der Menschen in den USA zu erhalten.

Ecola State Park

Den Nachmittag verbrachten wir damit, gemächlich in Richtung Cape Lookout zu fahren. Dort wollten wir die nächste Nacht auf dem Zeltplatz des Stateparks verbringen. Im Ecola State Park bei Cannon Beach wanderten wir noch auf dem Clatsop Loop Trail. Dieser Weg startet auf einem breiten Weg und führt bis zum Aussichtspunkt, wo man einen Blick auf den auf einer Insel gebauten Tillamook Rock Leuchtturm werfen kann. Der Weg zurück führt durch einen Wald oberhalb der Steilküste und lässt immer wieder einen Blick in die Tiefe zu.

Die Strecke bis zum Cape Lookout State Park ist wild, mit dem Auto fährt man viele Kurven und immer wieder auf einen Hügel hinauf und dann gleich wieder hinunter. Die letzte Etappe war entlang des 'Three Capes Scenic Loop', der immer wieder andere Seiten der Küste zeigte.

Thursday, 10.05.2007

Astoria to Cape Lookout

Wrack der 'Peter Iredale' im Fort Stevens State Park
Wrack of the 'Peter Iredale' at Fort Stevens State Park
Strand vor Cape Lookout State Park Campingplatz
Beach in front of Cape Lookout State Park camping
Freitag, 11.05.2007

Cape Lookout bis Newport

Gleich nach dem Morgenessen machten wir uns auf zum Cape Lookout. Der schmale Wanderweg führt vom Parkplatz über 2.4 Meilen ganz oben auf einem Felsen bis zur vordersten Spitze. Was man dort vorne sieht, lohnt jede Mühe. Wir sahen neben vielen anderen Vögeln Pelikane. Im Wasser sahen wir neben Seelöwen und Seehunden sogar noch zwei Walmütter mit je einem Jungen. Voraussetzung für gute Sichtungen ist natürlich ein Feldstecher, aber das Resultat war viel besser als beim Whalewatching in Tofino.

Weg zum Cape Lookout
Trail to Cape Lookout

Danach machten wir uns auf Richtung Süden. Kurz nach dem Cape Lookout State Park erreicht man den Cape Kiwanda Statepark. Hier zeigt sich die Landschaft total anders als bisher: Dünen dominieren dieses Kap. Wir besteigen die grosse Düne und machen uns wie alle anderen Leute hier einen Spass daraus, im Sand wieder hinunter zu rennen. Leider scheint es, als würden in dieser Region gerade eine riesige Anzahl neuer Häuser und Hotels erbaut, was sicherlich in den nächsten Jahren zu einer Touristenflut führen wird, wie es die Parks kaum vertragen.

Cape Kiwanda State Natural Area

Direkt neben der grossen Düne gibt es einen 'Tidal Pool'. Das sind Löcher im felsigen Boden, welche während der Ebbe mit Wasser gefüllt bleiben, während sich darum herum das Meer zurückzieht. In diesen Löchern kann man so direkt nach dem Zurückziehen der Flut die ganze Vielfalt an Meerestieren finden. Berühmt ist die Küste Oregons insbesondere auch deshalb. Wir sahen zum Beispiel Seeanemonen, Seeigel und Seesterne. Weitere solche Pools konnten wir beim Yaquina Head unterhalb des Yaquina Head Leuchtturms inspizieren.

Seestern
Ochre Sea Star

Die anschliessende Nacht verbrachten wir im Beverly Beach State Park. Dieser Zeltplatz ist riesig, war aber glücklicherweise noch bei weitem nicht gefüllt. Am Abend gingen wir noch ins benachbarte Newport, wo man im Hafen bis an wenige Meter an Seelöwen herankommt. Das ist vergleichbar mit dem Pier 39 in San Francisco, halt einfach ein bisschen kleiner.

Tipp: Ein Nachtessen im exzellenten Restaurant "April's at Nye Beach" in Newport. Das ist für einmal eine Abwechslung zum selber auf dem Gasgrill gekochten Essen.
Seelöwen im Hafen von Newport
Sealions in the harbour of Newport
Friday, 11.05.2007

Cape Lookout to Newport

Cape Lookout
Düne beim Cape Kiwanda
Dune at Cape Kiwanda
Grosse Grünanemonen
Giant Green Anemones
Seeigel
Purple Sea Urchin
Samstag, 12.05.2007

Newport bis Reedsport

Nach einer kurzen Besichtigung des Yaquina Bay Leuchtturms in Newport gleich nach dem Morgenessen führte uns unsere Fahrt weiter nach Süden. Das Ziel des Tages sollte das Oregon Dunes National Recreation Area sein. Vorher besuchten wir aber noch den Heceta Lighthouse State Park. Dies ist erneut ein Leuchtturm, den man auch von innen besichtigen kann. Oberhalb gibt es einen Aussichtspunkt, von dem viele käufliche Postkarten aufgenommen wurden.

Felsen vor Heceta Lighthouse
Rocks in front of Heceta Lighthouse

Die nähere Umgebung des Heceta Leuchtturmes lädt zum verweilen ein. Direkt beim Parkplatz gibt es wiederum Tidal Pools, wo man mühelos viele Seesterne und andere Meeresbewohner finden kann.

Seestern unterhalb Heceta Lighthouse
Seastar in a tidal pool below Heceta Lighthouse
Achtung Touristenfalle: Wir haben die Sea Lions Cave zwar nicht besucht, aber dafür zu bezahlen, dass man Seelöwen sehen kann, ist an der Küste Oregons eine ziemlich schlechte Investition.
Kobralilien in Darlingtonia Wayside
Cobra lilies at Darlingtonia Wayside

Auf der Fahrt nach Florence besuchten wir den kleinen Wald namens Darlingtonia Wayside. Dies ist sicherlich einer der bizarrsten Orte an diesem Küstenabschnitt. Auf Holzstegen kann man hier einen grosse Menge Kobralilien sehen. Diese Fleischfressenden Pflanzen gibt es an anderen Orten kaum welche. Im Mai / Juni sind sie sogar noch in Blüte, was den Besuch besonders schön macht.

Oregon Dunes Overlook

In Florence wollten wir uns Informationen über die Oregon Dunes holen. Es gibt sogar ein kleines Visitor Center, in dem zwei ältere Damen wahrscheinlich den ganzen Tag lang nichts anderes tun als über alle anderen Leute im Ort zu spotten. Wenn man aber ein Information möchte, wie zum Beispiel über die Oregon Dunes, so stellen sie fest, dass sie kaum wissen, dass gleich hinter der Ortsgrenze ein National Recreation Area ist. Später fanden wir dann glücklicherweise wenigstens noch eine Broschüre des USDA.

Zeltplatz beim Umpqua Lighthouse State Park
Camping at Umpqua Lighthouse State Park

Beim Oregon Dunes Overlook zehn Meilen südlich von Florence machten wir unseren ersten Halt in diesem Park. Eine kürzere (aber im Sand doch strenge) Wanderung führt von der Aussichtsplattform zum Meer. Man könnte hier in alle Richtungen beliebig weit im Sand wandern, das Wetter schien sich aber zu destabilisieren, sodass wir uns auf den Weg zum Zeltplatz beim Umpqua Leuchtturm aufmachten. Der dortige Statepark dient den meisten Leuten als Basis zur Benutzung von Quads und Zweirädern auf dem Sand. Je nach Ort kann es deshalb zeitweise recht laut sein. Trotzdem ist der Zeltplatz ein kleines Paradies und an einem kleine See wunderschön gelegen.

Saturday, 12.05.2007

Newport to Reedsport

Heceta Lighthouse State Park
Felsen vor Heceta Lighthouse
Rocks in front of Heceta Lighthouse
Warning tourist trap: We did not visit Sea Lions Cave but it seems to be a rather stupid idea paying to watch sea lions along the Oregon coast.
Am Strand beim Oregon Dunes Overlook
At the beach at Oregon Dunes Overlook
Sicht vom Oregon Dunes Overlook
View from Oregon Dunes Overlook
Kochen gehört dazu
Cooking is part of the story
Sonntag, 13.05.2007

Reedsport bis Bandon

Den letzten halben Tag an der Küste Oregons begannen wir mit einer zweiten Wanderung auf den Dünen. Die grössten Dünen findet man bei den John Dellenback Dunes. Ein schöner Wanderweg führt zuerst durch einen Wald, später auf die Dünen selber. Hier kann man noch die ersten Spuren in den jungfräulichen Sand setzen, denn Motorräder sind verboten.

John Dellenback Dunes

Danach machten wir uns aber auf den Weg, denn wir hatten noch viel vor heute. Der Plan war, nach dem Mittagessen die Küste zu verlassen, denn wir wollten noch möglichst nahe an die Oregon Caves herankommen. Gleich nach den Oregon Dunes ändert sich die Landschaft wieder dramatisch. Statt Sand sieht man hier wieder Felsen an der Küste.

Sicht von der Aussichtsplattform in Shore Acres
View from the viewing platform at Shore Acres

Den nächsten Halt machten wir bei Shore Acres. Hier wohnte bis in die Vierzigerjahre des letzten Jahrhunders der Magnat Louis Simpson. Er richtete sich nach englischem Vorbild einen grossen botanischen Garten ein, den man noch immer besichtigen kann. Gleich daneben gibt es einige hübsche kleine Buchten, die auf kurzen Wanderwegen erreichbar sind.

Verlassene Bucht bei Shore Acres
Secluded cove at Shore Acres

Nur wenige Meter weiter südlich befindet sich der Cape Arago State Park. Das ist der wirklich schönste Ort der ganzen Küste, den wir besucht haben. Hier lohnt es sich, an jedem einzelnen Parkplatz anzuhalten. Den Leuchtturm findet man aber fast nur, wenn man wieder zurückfährt, ausser man hält am richtigen Ort. Weil die Strasse eine Sackgasse ist, muss man sich da keine Sorgen machen.

Meeressäuger beim Cape Arago Statepark
Sea mammals at Cape Arago State Park

Wirklich unglaublich ist es, wenn man noch bei laufendem Motor das Gefühl hat, es sei doch ziemlich laut da draussen. Man muss auch gar nicht suchen, denn alleine auf den vorgelagerten Felsen sitzen tausende Seehunde, Seelöwen und Seeelephanten. Die machen einen unglaublichen Lärm. Wenn man einen Feldstecher dabei hat, so kann man sie wie von ganz nahe beobachten. Die Tiere sitzen aber nicht nur an Land, auch das Wasser ist von schwarzen Körpern durchsäht.

Cape Arago State Park

Vor lauter Tieren darf man aber nicht vergessen, die Küste zu beachten. Der Zugang zu den Stränden ist im Frühling zwar zum Schutz der Jungtiere verboten, doch sieht man von oben alles genau so gut, wie es von unten wäre. Ganz am Ende der Strasse gibt es nochmals einen kleinen Park, von dem man diesen Genuss zum letzten Mal inhalieren muss.

Cape Arago State Park

Vor dem Mittagessen besuchten wir noch kurz den Coquille River Leuchtturn bei Bandon. Hier kann man zwar ins Haus eintreten, den Turm besteigen jedoch nicht. Bandon ist ein kleines Fischerdorf am Coquille River, wo wir uns stärkten, bevor die Fahrt ins Landesinnere nach Grants Pass begann. Dies führte uns durch fruchtbare Gebiete mit intensiver Landwirtschaft. Später rasten wir auf der Interstate 5 mit den grossen Lastwagen zusammen zum Tagesziel, dem KOA in Wilderville am Redwood Highway, ein idealer Ort für einen frühen Start zu den Oregon Caves am nächsten Tag.

Sunday, 13.05.2007

Reedsport to Bandon

John Dellenback Dunes
Botanischer Garten von Shore Acres
Botanical garden of Shore Acres
Verlassene Bucht bei Shore Acres
Secluded cove at Shore Acres
Meeressäuger beim Cape Arago Statepark
Sea mammals at Cape Arago State Park
Seelöwen
Sea lions
Cape Arago State Park
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