Northumberland ist eine recht verlassene und trotzdem enorm photogene Region im Nordosten Englands, direkt an der Grenze zu Schottland. Lange vor den Römern siedelten hier bereits Menschen, die Römer bauten den Hadrians Wall, in unserer Zeitrechnung wurden Schlösser an herausragenden Orten gebaut. Es gibt viel zu sehen hier. Doch wir gingen es ruhig an und konzentrierten uns während diesen Familienferien auf einen sehr kleinen Umkreis rund um Beadnell.
Northumberland is a quite lonely and still very photogenic region in Northeastern England next to the Scottish borders. Long before the Romans arrived and built Hadrians Wall there were people living here. In our time many castles were built at exceptional locations. There is lots of things to do and see here. But were chose the easy way and concentrated on a very small area around Beadnell during our family holidays.
Beadnell? Wo ist denn das, fragten wir uns, als unsere Freunde vorschlugen, dort die Ferien zu verbringen. Aber Google half wie meistens, und bald wussten wir, dass Beadnell in England knapp südlich der Schottischen Grenze liegt. Na also, aber was soll man da in Northumberland tun? Unsere Freunde planten, dort ein Wochenende zu verbringen, wir wollten aber eine ganze Woche am selben Ort bleiben. Plötzlich erinnerte ich mich an Farne Island mit den tausenden dort nestenden Papageientauchern und an ein Bild des Bamburgh Castle. Das Interesse war geweckt, diese Region genauer zu entdecken, und das hat sich gelohnt.
Wegen diverser Probleme vor und nach unserem Flug nach Edinburgh (zwei Stunden zu spät gestartet, 45 Minuten auf das Gepäck und 45 Minuten bei der Autovermietung gewartet) erreichten wir Beadnell erst bei absoluter Dunkelheit. Also sofort das wichtigste auspacken, den Sohn ins Bett verfrachten und anschliessend das Nachtessen geniessen, das unsere Freunde im Nachbarhaus bereits gekocht hatten. Danach ging es bald ins Bett, der erste Tag war vorbei.
Beadnell liegt direkt an der Nordsee. Irgendwo in ferner Distanz sollte die Küste Dänemarks sein, aber die sieht man natürlich nicht. Die wenigsten Leute würden wohl erwarten, dass es hier kilometerlange Sandstrände gibt. Anstelle der Palmen findet man windgeplagte Gräser, die auf den Dünen wachsen. Doch die Kälte wird hier anders empfunden: Während wir mit Fleece und Windstopper am Strand spazieren, spielen die Engländer im Badkleid Ballspiele oder gehen gar schwimmen. Die Strände sind so gross, dass man sich trotzdem fast alleine fühlt. Wir haben mal einen Engländer gefragt, warum es hier so wenige Leute gebe, wo es doch so schön sei. Er meinte, dass er seit Jahren seinen Urlaub hier verbringen würde, aber er kenne kaum jemanden, der mal in Northumberland war.
Wir nutzten also das verschlafene Kaff Beadnell als unsere Basis für Entdeckungen in der Umgebung. Northumberland würde extrem viel bieten, wir brauchten aber eine ganze Woche, um den Umkreis von vielleicht zwanzig Kilometern einigermassen zu entdecken. Strandspaziergänge, mindestens vier Schlösser, viele kleine Fischerdörfer und einfach die wilde Natur in einer durch das Meer geprägten Gegend bereiteten uns viel Freude und gaben die Möglichkeit, tolle Photos zu machen.

Stürmisches Wetter in Beadnell
Stormy weather in Beadnell

Beadnell

Hafen von Beadnell
Beadnell harbor

Hafen von Beadnell
Beadnell harbor

Piktoreske Hütte
Picturesque hut

Zugang zum Strand
Trail leading to the beach

Kirche in Beadnell
Church of Beadnell

Landschaftsphoto
Landscape photography
Diese Ferienwohnung ist sehr gut geeignet für Familienferien. Die Einrichtung ist top, wir haben überhaupt nichts vermisst. Im Untergeschoss befinden sich das Wohnzimmer und die Küche mit Esstisch, das obere Stockwerk bietet in zwei Schlafzimmern vier Personen Platz. Da Beadnell in sehr kleiner Ort ist, gibt es hier nicht viel mehr als ein Fish & Chips und zwei Pubs. Die Bäckerei schien konkurs zu sein. Aber Seahouses liegt in Jogging-Distanz (bin hingerannt, um ein Dessert zu holen), mit dem Auto ist man in wenigen Minuten dort. Man erhält dort alles, von Nahrungsmitteln bis zu Souvenirs.
This holidays appartment is very well suited for family holidays. The equipment is top, we didn't miss anything. On the entrance level there is a living room and a kitchen with a large table. The upper level has two bedrooms for a total of four people. As Beadnell is a very small village there is not much more than the usual fish & chips and two pubs. The bakery seemed to be shut down. But Seahouses is within jogging distance (I really ran there to buy dessert), can be reached in minutes by car. There you can buy anything from food to souvenirs.

Unsere erste Wanderung führte uns von unserer Ferienwohnung in Beadnell ?> nach Newton-by-the-Sea. Diese winzige Ortschaft liegt südlich und kann entlang dem Strand erwandert werden. Wir wählten für den Hinweg die Route hinter den Dünen. Dafür quert man am Ende des Dorfes den Zeltplatz, worauf man gleich ein Naturschutzgebiet betritt. Der Weg führt ab hier durch Wiesen, regelmässig schreckt man Vögel auf, die hier in Massen leben. Wirklich intensiv soll es im Frühling sein, wenn sie in ihren Nestern die Jungen aufziehen.
Ziemlich genau in der Mitte der Strecke überquert man einen Bach. Dort kommt das Meer zwischen den Dünen durch. Hier konnten wir viele Vögel beobachten, hauptsächlich Möven und Kormorane. Bald hatten aber die ersten Hunger, also zogen wir weiter, um in Newton-by-the-Sea in einem Pub essen zu gehen. Da wurden wir etwas enttäuscht, jedenfalls waren alle, die eine Suppe bestellten, über deren Geschmack nicht wirklich glücklich. Erstaunt waren wir über die Grösse dieses Pubs. Bei warmem Wetter können da sicher mehr als hundert Personen essen. So viele Leute leben hier aber weit und breit nicht.
Auf dem Rückweg wurde das Wetter etwas schlechter. Vorher war es bewölkt und windig, jetzt begann es auch noch, ein wenig zu regnen. Aber wird sind schliesslich in England, was sollen wir denn anderes erwarten? Und da wir wasserdicht sind, ging es halt einfach schnelleren Schrittes zurück. Der nächste Bus wäre sowieso erst zwei Stunden später gefahren. Für den Rückweg wählte ein Teil der Gruppe ab der Brücke in der Mitte den Strand. Auf dem Strand hat man unentwegt das Ziel vor Augen, den Hafen von Beadnell. Man braucht auf dem Sand natürlich einiges länger zum Laufen.
Am Strand gab es einige Leute, die ihre Hunde ausführten. Was ich vorher noch nie gesehen hatte, waren Typen, die auf Surfbrettern standen und sich mit der Hilfe eines Ruders im Wasser fortbewegten. Auch die hohen Wellen der rauhen See konnten die meisten von ihnen nicht runterwerfen. Es sah recht lustig aus, zumindest zu Beginn. Bald hatten wir Beadnell erreicht, querten das Dorf und freuten uns auf die warme Stube unserer Ferienwohnung.

Naturschutzgebiet hinter den Dünen bei Beadnell
Nature reserve behind the dunes near Beadnell

Küste zwischen Beadnell und Newton-by-the-Sea
Halfway between Beadnell and Newton-by-the-Sea

Kormoran
Cormoran

Strand bei Beadnell
Beach of Beadnell

Küste zwischen Beadnell und Newton-by-the-Sea
Halfway between Beadnell and Newton-by-the-Sea

Aufgeschrekte Möven beim Start
Gulls taking off in panic

Dieser Typ sieht zwar aus wie ein Wasserläufer, er steht aber auf einem Brett
Looking like walking on the water surface this guy was actually standing on a board

Hunde beim Spiel am Strand
Dogs playing on the beach
Geplant war, an diesem Sonntag nach Farne Island zu fahren. Doch der Versuch, in Seahouses ein Boot dahin zu besteigen, scheiterte: Keine der Gesellschaften wollte bei den Wetterverhältnissen auf das Meer fahren. Also musste ein Plan B her, und das war der Besuch des Bamburgh Castle. Dieses Schloss hatte ich schon einmal in einem Reisemagazin gesehen. Es gehört zu den ältesten Schlössern in England, war sogar kurze Zeit der Königssitz. Doch obwohl das schon über tausend Jahre her ist, ist dieses Schloss noch immer intakt und kann besucht werden. Das machen an einem Sonntag mit schlechtem Wetter natürlich sehr viele Leute. Das störte aber gar nicht, ausser beim anschliessenden Besuch des Cafés.
Unterhalb des Schlosses befindet sich ein riesiger Parkplatz. Ein zweiter ist auf dem Hügel, gleich beim Eingang. Dort bezahlt man übrigens weniger Gebühren. Aber das wussten wir erst nach der Besteigung des Hügels auf dem Weg zum Eingang. Das Schloss ist sehr gross in seinen Ausmassen, besucht werden können nur einzelne Räume davon. Es befindet sich in Privatbesitz, der Besitzer scheint aber einen Grossteil der Einnahmen in die Erhaltung zu investieren. Die Ausstellung fand ich eher öde, in den unterschiedlichen Räumen gibt es viele Bilder und Gemälde der früheren Besitzer zu sehen, ausserdem die obligaten Rüstungen und Waffen. Speziell schön ist der Prunksaal.
Eher speziell in seiner Detailtreue ist die Inszenierung des Folterkellers. Mit Kindern sollte man diesen vielleicht gar meiden. Schliesslich verlässt man die Ausstellung durch den gewohnten Souvenirshop. Wir trafen uns danach wieder im Café, um bei Kaffee und Kuchen auf besseres Wetter zu warten. Danach ging es zurück in die Ferienwohnung, das Wetter motivierte nicht gerade zu weiteren Unternehmungen.

Bamburgh Castle

Bamburgh Castle mit Dünenlandschaft
Bamburgh Castle behind the dunes

Prunksaal des Schlosses
Beautiful hall inside the castle

Treppenhaus im Schloss
Stairways inside the castle

Visualisierung im Folterkeller
Visualization of torturing in the basement

Innenhof des Bamburgh Castle
Courtyard of Bamburgh Castle

















































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Weil unser Flug zurück in die Schweiz bereits sehr früh am Morgen startete, entschieden wir uns, bereits in Edinburgh zu übernachten. Wir wählten ein Bed & Breakfast in der Nähe des Flughafens und besuchten das Stadtzentrum gar nicht, denn das hatten wir ja schon während unserer Schottlandreise erkundet.

Luc auf der Rutschbahn
Luc on the playground

Dieses Gebäude mit 104 Zimmern vis-a-vis
unseres Bed & Breakfast stand zum Verkauf
This building with 104 rooms just opposite our
bed & breakfast was for sale
Ashgrove House
12 Osborne Terrace
Edinburgh, EH12 5HG
Wir übernachteten in diesem Bed & Breakfast, weil es in der Nähe des Flughafens liegt. Leider mussten wir am Morgen zu früh weg, um das Frühstück geniessen zu können.
We stayed at this bed & breakfast because of its proximity to the airport. Unfortunately we had to leave so early in the morning that we could not enjoy the breakfast.
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